Thomas Bubendorf (43), Agrarwissenschaftler bei einem Lebensmittelkonzern

Fremde Länder haben mich schon immer gereizt. Doch auch die Landwirtschaft interessiert mich. So arbeitete ich nach dem Agronomie-Studium ein Jahr lang in Russland. Momentan bin ich in Rumänien tätig.

Thomas Bubendorf

Thomas Bubendorf. Bild: Nestlé

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in Rumänien arbeiten würde. Als ich Agronomie studiert habe, wollte ich eher agrarwirtschaftlich oder politisch tätig sein. Die Studienwahl war für mich einfach, denn ich bin auf einem Hof aufgewachsen und Landwirtschaft interessierte mich schon immer. Die praktische Arbeit im Stall oder auf dem Feld hingegen habe ich nie so richtig geliebt.

In Russland und Rumänien

Ins Ausland zog es mich aber schon immer. Nach dem Studium lebte und arbeite ich deshalb fast ein Jahr lang auf landwirtschaftlichen Grossbetrieben in Russland. Das war nicht immer einfach, aber insgesamt sehr eindrucksvoll und lehrreich. Zurück in der Schweiz war ich bei der ETH als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

Vor zehn Jahren bin ich zu meinem jetzigen Arbeitgeber Nestlé gekommen. An meiner ersten Stelle beschäftigte ich mich mit Agrargesetzen, mit Zollbestimmungen oder Importregelungen und beriet verschiedene Abteilungen im Unternehmen. Irgendwann wurde mir die Arbeit dann aber zu politisch und ich übernahm die Leitung des Rohstoffeinkaufs Schweiz. Während dieser Zeit konnte ich auch eine neue Einkaufsabteilung in Rumänien aufbauen. Das war sehr spannend!

Berufliches Abenteuer im Iran

Als mir dann angeboten wurde, Supply Chain Manager von Nestlé Iran zu werden sagte ich sofort zu! Meine Aufgabe war, die Abteilung von Anfang an aufzubauen. Planung, Einkauf, Kundendienst, Warenlager, Transport, Export: Alles mussten wir buchstäblich aus dem Boden stampfen. Ich war dafür verantwortlich, dass unsere Produkte jederzeit im Regal der Läden verfügbar waren.

Die Arbeit war nicht immer einfach. Die Iraner sind ein stolzes Volk und es brauchte einige Zeit, bis die Zusammenarbeit so verlief, wie wir uns das aus der Schweiz gewohnt sind. Während dieser Zeit wohnte ich mit meiner Familie im Iran. In den dreieinhalb Jahren dort haben wir eine neue Kultur, eine Religion, eine andere Mentalität und ein sehr schönes Land mit netten Menschen kennenlernen dürfen.

Zurück im Ausland

Seit kurzem bin ich nun wieder in Rumänien. Zurück dorthin, wo ich bereits vor vier Jahren einen Anfang gemacht habe. Es ist schön zu sehen, dass das meiste, was ich damals gesät habe, unterdessen zu prächtigen Bäumen herangewachsen ist. Meine Aufgaben als Direktor der Abteilung "Supply Chain" sind eigentlich dieselben wie im Iran. Nur das nun alles viel grösser ist: Mein Job hier ist sehr spannend, denn Rumänien gehört zwar zur Europäischen Union, ist aber wirtschaftlich noch immer recht unterentwickelt. Das eröffnet immense Wachstumschancen.

Ich bin gespannt, wo mich das Leben noch hinführt. In den letzten Jahren habe ich im Ausland einige schwierige Situationen gemeistert. Darauf hat mich mein Agronomiestudium zwar nicht unbedingt vorbereitet, aber es ist die Basis für meine jetzige Arbeit. Und auf diese möchte ich nicht verzichten!

 

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