Urs Kafader, Schulungsleiter der Firma Maxon Motor

Urs Kafader ist viel unterwegs. Als Schulungsleiter der Firma Maxon Motor in Sachseln sorgt er dafür, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer fachlich auf dem neusten Stand bleiben und die Kunden optimal beraten.

Urs Kafader (Bild: SATW / Franz Meier)

Urs Kafader ist seit 18 Jahren mit Begeisterung Schulungsleiter. (Bild: SATW / Franz Meier)

«Als ich mich nach der Matur für eine Studienrichtung entschliessen musste, habe ich mir gesagt: Geisteswissenschaftliche Kenntnisse kann ich mir selber aneignen, technisch-naturwissenschaftliches Know-how hingegen nicht», erinnert sich Urs Kafader. «Deshalb habe ich mich für ein Physikstudium an der ETH Zürich entschieden.» Für ihn hat sich diese Wahl sehr bewährt, obwohl ein Ingenieurstudium für seine heutige Tätigkeit auch eine gute Grundlage gewesen wäre. «Im Physikstudium erhält man eine breite Ausbildung. Doch manchmal ist dieses Fach auch etwas weltfremd», erklärt er. «Wenn man ein Antriebsproblem lösen muss, nimmt man in der Physik häufig an, dass man zum Beispiel die Reibung vernachlässigen kann. Doch wenn man in der Praxis eine alltagstaugliche Lösung finden muss, macht einem genau die Reibung das Leben schwer.»

Seit zehn Jahren auf dem Mars

Nach dem Diplomabschluss in Festkörperphysik wechselte Kafader zuerst an die Université de Haute Alsace in Mulhouse, wo er seine Doktorarbeit schrieb. Danach kehrte er für drei Jahre als Postdoc an die ETH zurück. Dort merkte er, dass er längerfristig nicht als Wissenschaftler arbeiten möchte. Zuerst schaute er sich nach einer Stelle als Lehrer um. Durch Zufall erfuhr er dann, dass die Firma Maxon Motor in Sachseln einen Schulungsleiter suchte. «Da ich den Eindruck hatte, eine Tätigkeit in der Industrie würde mir die besseren Perspektiven bieten, nahm ich diese Stelle an.»

Das Marsmobil «Opportunity» ist mit Motoren aus Sachseln unterwegs. Bild: NASA/JPL-Solar System Visualization Team

Inzwischen macht Kafader diesen Job schon seit 18 Jahren – und er gefällt ihm immer noch sehr gut. «Ich unterrichte nicht nur gerne, sondern mag es auch, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. » Maxon Motor ist ein international tätiges Unternehmen, das Kunden auf der ganzen Welt beliefert. Bekannt ist es für seine kleinen, hochpräzisen Antriebe und Motoren, mit denen beispielsweise auch Roboter gesteuert werden. Das wohl bekannteste Gerät, das mit Motoren aus Sachseln ausgerüstet wurde, ist das Marsmobil «Opportunity» der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa. Seit genau zehn Jahren erkundet dieses Gefährt nun die Marsoberfläche – und die Antriebe funktionieren immer noch tadellos.

Viele Kunden der Firma stellen spezialisierte Maschinen her und haben deshalb spezifische Anforderungen, welche die Produkte aus Sachseln erfüllen müssen. Damit diese Kunden gut beraten werden können, hat das Unternehmen ein dichtes Verkaufsnetz aufgebaut. Weltweit arbeiten mehrere hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf und in der Beratung. Sie alle benötigen für ihre Arbeit ein fundiertes technisches Wissen: Sie müssen in der Lage sein, die Probleme der Kunden zu verstehen, und müssen gleichzeitig die Produkte sehr genau kennen.

Wie man einen Regler anschliesst

Urs Kafader (Bild: SATW / Franz Meier)

«Mit den Verkäuferinnen und Verkäufern mache ich auch immer wieder konkrete Übungen, damit sie ihr technisches Grundwissen auffrischen können.» Bild: SATW / Franz Meier

Kafaders Aufgabe als Schulungsleiter ist es, die Verkaufsingenieure in den einzelnen Ländern auszubilden. Wenn eine neue Verkäuferin oder ein neuer Verkäufer mit der Arbeit anfängt, wird er oder sie zuerst in Sachseln eine Woche lang intensiv geschult. Danach muss er oder sie einmal pro Jahr eine mehrtägige Auffrischung absolvieren. Diese findet nicht mehr in der Schweiz statt, sondern direkt vor Ort. «Es ist einfacher, wenn ich als Schulungsleiter an den jeweiligen Standort reise, als dass Dutzende Verkäufer in die Schweiz kommen», erklärt Kafader.

In diesen Auffrischungskursen vermittelt er ganz unterschiedliche Themen. «Ich erkläre den Verkäuferinnen und Verkäufern, welche neuen Produkte wir entwickelt haben und wie diese eingesetzt werden. Daneben mache ich auch immer wieder konkrete Übungen mit ihnen, damit sie ihr technisches Grundwissen auffrischen können. Zum Beispiel bespreche ich mit ihnen, wie man einen Regler fachgerecht an einen Motor anschliesst.»

Kafader ist sehr viel unterwegs, und da er gerne reist, kommt ihm das sehr entgegen. «Ich finde es immer wieder spannend, nicht einfach als Tourist in ein Land zu gehen, sondern dort auch zu arbeiten», erzählt er. «So erhalte ich immer wieder interessante Einblicke hinter die Kulissen und lerne die Menschen in den einzelnen Ländern viel besser kennen.»

Text: SATW / Felix Würsten
Quelle: Technoscope 1/14: Robotik. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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