Urs Reber: Pilot, Fluglehrer und Mitarbeiter in einem Flugzeugwerk

Urs Reber hat seine Begeisterung für die Fliegerei zum Beruf gemacht: Seit 30 Jahren arbeitet er abwechslungsweise als Mechaniker, Organisator oder Lehrer in der Flugzeugproduktion. Heute hat der Pilot und Fluglehrer einen grossen Traum: einen Flug rund um die Welt.

Urs Reber

Bild: Franz Meier

Eigentlich wollte ich immer Landwirt werden. Doch mit 14 Jahren packte mich die Fliegerei. Viele meiner schulfreien Nachmittage verbrachte ich mit einem ferngesteuerten Modellflugzeug. Gleichzeitig war ich fasziniert von Maschinen und Motoren. Stundenlang haben wir damals an unseren «Töffli» rumgeschraubt und die Motoren frisiert. Deshalb entschied ich mich nach der Realschule für eine Mechanikerlehre. Nach vier Jahren Lehre in Lichtensteig, setzte ich alles auf die Fliegerei. Noch während der RS schrieb ich mehrere Flugbetriebe an und bewarb mich als Flugzeugmechaniker. Bei Pilatus Flugzeugwerke AG hat’s dann geklappt. Heute, 30 Jahre später, arbeite ich noch immer im gleichen Betrieb. Langweilig wurde es mir dabei nie!

Mit 24 habe ich das Flugbrevet gemacht. Endlich konnte ich auch selber fliegen. Schnell wurde mir bewusst, dass man in der Fliegerei um Englisch nicht herumkommt. Darum ging ich für vier Monate in eine Sprachschule nach England. Die neue Sprache konnte ich danach auch gleich in mehreren Auslandeinsätzen für Pilatus einsetzen. 1983 hatte ich eine einzigartige Chance: Für die Flugbetriebs AG übernahm ich die Leitung der Flugschule und des Flugplatzes Beromünster im Kanton Luzern. Als Junggeselle war das ein fantastischer Job - Fliegen war nun mein Beruf. Bis heute sind die Tätigkeit als Pilot und die Stunden als Fluglehrer mein bester «Ausgleich » zur Arbeit. Normalerweise bin ich jeden zweiten Samstag und ein bis drei Tage pro Woche auf dem Flugplatz Beromünster. Im Winter etwas weniger. Da bin ich in den Bergen zum Skifahren.

Urs Reber erstellt in seinem Büro ein Trainingshandbuch

Auch das gehört zum Alltag: Urs Reber erstellt in seinem Büro ein Trainingshandbuch. Bild: Franz Meier

Mit 24 habe ich das Flugbrevet gemacht. Endlich konnte ich auch selber fliegen. Schnell wurde mir bewusst, dass man in der Fliegerei um Englisch nicht herumkommt. Darum ging ich für vier Monate in eine Sprachschule nach England. Die neue Sprache konnte ich danach auch gleich in mehreren Auslandeinsätzen für Pilatus einsetzen. 1983 hatte ich eine einzigartige Chance: Für die Flugbetriebs AG übernahm ich die Leitung der Flugschule und des Flugplatzes Beromünster im Kanton Luzern. Als Junggeselle war das ein fantastischer Job - Fliegen war nun mein Beruf. Bis heute sind die Tätigkeit als Pilot und die Stunden als Fluglehrer mein bester «Ausgleich » zur Arbeit. Normalerweise bin ich jeden zweiten Samstag und ein bis drei Tage pro Woche auf dem Flugplatz Beromünster. Im Winter etwas weniger. Da bin ich in den Bergen zum Skifahren.

1987 stieg ich als Instruktor wieder bei Pilatus ein. Ich bildete Mechaniker, Elektriker und Piloten im Grundkurs aus, die später die Wartung der Propellerflugzeuge beim Kunden übernahmen. Den ganzen Tag über betreute ich Teams aus aller Welt während durchschnittlich ein bis vier Wochen. Das war sehr intensiv! Nach sechs Jahren ging ich zurück in die Werkstatt. Dort zerlegte ich unter anderem Turbinen, die bei uns revidiert wurden und setzte sie Teilchen für Teilchen wieder zusammen.

Von nirgendwo kann man die Landschaft mehr geniessen als aus der Luf

«Speed checked, Altitude checked, Engine Instruments green»: Von nirgendwo kann man die Landschaft mehr geniessen als aus der Luft. Bild: Franz Meier

Später wechselte ich in den Einkauf und seit 1999 bin ich für die Planung und Steuerung der Flugzeugproduktion zuständig. Das Auftragsabwicklungszentrum ist dabei der Dreh- und Angelpunkt. Hier wird mithilfe eines ausgeklügelten EDV-Systems koordiniert, dass die rund 10 000 Einzelteile eines Flugzeugs zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstehen und der Kunde sein Flugzeug fristgerecht erhält. In dieser Position ist man für alles zuständig; vor allem aber für das, was gerade schief läuft. Wenn es brennt, ist man dann halt auch Mal 14 Stunden am Schuften. Doch für mich gilt: Stillstand ist Rückschritt. Ich finde es deshalb auch wichtig, dass man alle paar Jahre wieder einen neuen Bereich kennen lernt und bin froh, dass dies bei meinem Arbeitgeber möglich ist.

Meine Lust an der Fliegerei ist bis heute ungebrochen und einen grossen Traum möchte ich mir noch erfüllen: einen Flug rund um die Welt, mit mehreren Zwischenstopps, um verschiedene Länder besser kennen zu lernen. Im Idealfall würde ich mir dafür gleich ein eigenes, kleines Flugzeug kaufen. Wie gesagt, noch ist es ein Traum!

Quelle: Technoscope 2/10: Luftfahrt
Technoscope - Das Technikmagazin der SATW für Jugendliche
Bilder: SATW/ Franz Meier
 

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