Künstliche Intelligenz – Nützlicher Helfer im Alltag

Wer künstliche Intelligenz (KI) sagt, denkt vielleicht gleich an futuristische Superroboter, die über die Kinoleinwand marschieren und, weil sie den Menschen haushoch überlegen sind, die Welt erobern. Was heute an KI-Anwendungen bereits existiert, kommt weniger spektakulär daher und ist vielfach bereits Teil unseres Alltags geworden.

Symbolbild Smart Home: CanStockPhoto

Smart Home

Heute können wir die Lichter mit einem einfachen Befehl dimmen oder die Kaffeemaschine aus der Distanz bedienen. Morgen wird unser intelligentes Haus unsere Vorlieben kennen und von selbst wissen, wann wir es gerne kühler oder heller hätten und wann wir Lust auf ein warmes Bad haben.

Musikstreaming

Musikdienste wie Spotify sammeln Informationen und leiten daraus ab, was uns gefallen könnte. Das geht manchmal daneben, aber aus solchen Fehlern lernt das System. So gelingt es ihm immer besser, eine treffsichere Playlist zusammenzustellen.

Sprachübersetzung

Die Zeiten, in der Übersetzungssysteme kreuzfalsche Sätze ohne jeden Sinn und Zusammenhang ausspuckten, sind vorbei: Dienste wie DeepL, die auf "Deep Learning" (siehe Highlightbox) beruhen, gehen nicht mehr Wort für Wort vor, sondern analysieren den ganzen Satz, suchen blitzschnell das Netz nach ähnlichen Sätzen ab und übersetzen dann sinngemäss. Und auch hier gilt: Je mehr Feedback das System bekommt, desto besser wird es.

Assistiertes Fahren

Die meisten neuen Autos haben KI an Bord: Sie hilft beim Einparken, erkennt Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen, regelt den Abstand zu anderen Fahrzeugen und assistiert bei der Notbremsung. Das setzt voraus, dass die intelligenten Systeme Situationen richtig einschätzen können. Und da stossen sie heute noch an ihre Grenzen: bei Regen, Schnee und Nebel, oder auch ganz einfach, weil ein Sensor
dreckig ist, passieren Fehler.

Sprachassistenten

Alexa oder Siri verstehen zwar nicht immer, was wir von ihnen wollen. Aber dass sie uns überhaupt zuhören, unsere Frage verstehen und dann flexibel mehr oder weniger richtig reagieren und Antwort geben, ist KI. Oder anders gesagt: Das sind die komplexen Programme, die bei jeder Anfrage im Hintergrund ablaufen.

Facebook-Feeds und -Ads

Warum erscheinen gewisse Posts im Facebook-Feed zuoberst? Weil der Facebook-Algorithmus anhand von unserem Verhalten erkennt, was wir mögen. Das gleiche gilt für die Werbung: Was wir zu sehen bekommen, beruht auf den Schlüssen, die die KI aus unserem Surfverhalten gezogen hat.

Dem menschlichen Hirn abgeschaut

Das Zauberwort, das intelligente Computersysteme immer klüger werden lässt, heisst Maschinenlernen (Machine Learning). Vereinfacht gesagt, schafft Maschinenlernen Wissen aus Erfahrung, ohne dass jeder Schritt von Menschen programmiert wird. Das geht so: Ein Computerprogramm, das auf einer gewissen mathematischen Logik beruht, wird mit vielen Beispielen gefüttert. Es erkennt Muster, leitet davon selbständig Regeln ab und kann diese dann auch auf ganz neue Daten anwenden.

Noch weiter geht Deep Learning: Es basiert auf neuronalen Netzwerken, deren Aufbau vom menschlichen Gehirn inspiriert ist und die das menschliche Lernverhalten imitieren. Dabei spielen vernetzte Software-Neuronen ein Problem immer wieder durch, verstärken die Verbindungen, die zur Lösung beitragen, kappen die, die weniger erfolgreich sind, und werden so immer besser.

Einfache Projekte in maschinellem Lernen kannst du (mit etwas Englischkenntnissen) hier selber ausprobieren: machinelearningforkids.co.uk/

Quelle: Technoscope 3/20: Künstliche Intelligenz im Alltag. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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