Beuteltiere

Beuteltiere sind spezielle Säugetiere. Sie unterscheiden sich von anderen Säugetieren darin, dass ihre Jungtiere bereits in einem sehr frühen, embryoartigen Stadium geboren werden und anschliessend in einem „Beutel“ der Mutter heranwachsen. Es gibt ungefähr 320 verschiedene Beuteltierarten; die meisten davon leben in Australien.

Känguru - das bekannteste Beuteltier Australiens

Das bekannteste Beuteltier - und ein Wahrzeichen Australiens. Bild: Jarrod Boord/Shutterstock.com

Wie alle anderen Säugetiere haben Beuteltiere ein Fellkleid aus Haaren, drei Gehörknöchelchen und ein Zwerchfell. Im Unterschied zu den anderen Säugetieren werden die Jungtiere der Beuteltiere aber nach einer sehr kurzen Zeit im Mutterleib bereits in einer Art Embryonalstadium geboren. Danach wächst das Junge meist in einem Beutel der Mutter heran. Neben der Art, wie sie ihre Jungtiere gebären, gibt es aber noch ein paar weitere spezielle Merkmale, die Beuteltiere von anderen Säugetieren unterscheiden.

Kleine Köpfe, aber zwei Geschlechtsteile

Der Schädel von Beuteltieren ist im Vergleich zu höheren Säugetieren mit gleicher Körpergrösse relativ klein. Ihr Gehirn ist entsprechend etwas kleiner und einfacher gebaut als dasjenige von höheren Säugetieren.

Auch das Gebiss der Beuteltiere ist speziell. Sie haben nämlich viel mehr Zähne: im Oberkiefer haben sie bis zu 10 Schneidezähe, von denen wir z. B. nur vier haben.

Ein weiteres spezielles Merkmal der Beuteltiere ist, dass ihr Fortpflanzungstrakt verdoppelt ist. Weibliche Beuteltiere haben also zwei Gebärmütter (Uteri) und zwei Vaginas, Männchen haben einen gespaltenen bzw. doppelten Penis.

Abgesehen von diesen sehr speziellen Gemeinsamkeiten gibt es bei Beuteltieren aber die unterschiedlichsten Körperformen und Grössen. Während das rote Riesenkänguru bis 1.80 Meter gross und 90 kg schwer wird, ist die Flachkopf-Beutelmaus nur etwa 5 Zentimeter gross und wiegt nur wenige Gramm.

Der Kurzkopfgleitbeutler ist ein Beuteltier, das im Osten Australiens sehr häufig ist

Der Kurzkopfgleitbeutler ist ein Beuteltier, das im Osten Australiens sehr häufig ist. Er sieht dem Gleithörnchen ähnlich, ist aber nicht mit ihm verwandt. Man nennt dies "konvergente Evolution". Bild: Matthew Cole/Shutterstock.com

„Konvergente Evolution“: Gewisse Beuteltiere und Säugetiere sind sich zum Verwechseln ähnlich

Einige Beuteltiere und höhere Säugetiere sind sich erstaunlich ähnlich, und das, obwohl sie sich unabhängig voneinander entwickelt haben und nicht verwandt sind. Ein Beispiel dafür sind das Gleithörnchen und das Gleithörnchenbeuteltier. Diese Tiere sind ein Beispiel für „konvergente Evolution“. Die beiden Tierarten haben sich im Laufe der Evolution ähnlich entwickelt, da sie ähnlichen Umweltbedingungen ausgesetzt waren. So wurden dieselben Anpassungen an die Umgebung bevorzugt, sie entwickelten sich „analog“.

Beuteltierland Australien

Die meisten Beuteltierarten leben in Australien oder Neuguinea. Aber nicht nur in Australien leben Beuteltiere – einige Arten wie das Nordopossum kommen auch in Nordamerika vor.

Man vermutet, dass der Ursprungsort der Beuteltiere in Ostasien liegt, denn in China wurden die bisher ältesten Überreste von einem Beuteltier gefunden. Es heisst Sinodelphys szalayi. Aber wann und wie genau die Beuteltiere nach Australien kamen, weiss man bis heute nicht so genau. Da der australische Kontinent in der Urzeit noch an die Antarktis grenzte, vermuten Forscher, dass die Tiere damals über das Festland eingewandert sind.

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