Fussball - wer hats erfunden?

Der Fussballsport, wie es ihn offiziell seit 1863 gibt, wurde in England geboren. Erfunden wurde er aber auf einem anderen Erdteil.

Alte Briefmarke mit Fussballspieler.

Alte, ungarische Briefmarke zeigt Fussballspieler an der Weltmeisterschaft von 1930 in Uruguay. Bild: irisphoto1/Shutterstock.com

England machte den Fussballsport Ende des 19. Jahrhunderts offiziell zu einer Sportart. Auch der erste Fussballverein wurde in England gegründet. Doch Bälle treten, das konnten vorher schon andere.

Nationalsport im alten China

Historiker berichten von einem fussballähnlichen Spiel in China im Jahre 200 vor Christus. Von den Regeln des Spiels ist nicht viel bekannt, doch man weiss, dass das Spiel zum militärischen Ausbildungsprogramm gehörte. Der Ball war aus Lederstücken zusammengenäht und mit Federn und Tierhaaren ausgestopft. 600 Jahre nach Christus soll Fussball sogar chinesischer Nationalsport gewesen sein, geriet aber bald darauf wieder völlig in Vergessenheit.

Auch die Mayas und die Azteken traten im 7. Jahrhundert in Mittelamerika Bälle. Ziel war es, den Ball durch einen steinernen Ring zu schiessen. Das Spiel wurde vor allem an Volksfesten gespielt und hatte, wie der Fussball heute, eine grosse gesellschaftliche Bedeutung. Manchmal wurden mit Ballspielen sogar Kriege zwischen den Völkern entschieden. Heute spricht man vom „mesoamerikanischen Ballspiel“, das traditionellerweise immer noch gespielt wird.

Auch in England wurde bereits im Mittelalter Fussball gespielt. Die Mannschaft eines Dorfes musste versuchen, den Ball durch das Stadttor eines anderen Dorfes zu schiessen. Das Spielfeld erstreckte sich über die ganze Distanz zwischen den Dörfern und war manchmal mehrere Kilometer lang. Damals mochte man es noch etwas rauer, Regeln gab es fast keine und es kam häufig zu schlimmen Verletzungen. Der damalige Fussballsport wurde deshalb mehrere Male von der Kirche oder vom König verboten.

Vom Studentensport zum Weltsport

Trotzdem hat sich der Sport in England weiterentwickelt. Bald wurde Fussball an den englischen Universitäten zur „Leibesertüchtigung“ im Sportunterricht gespielt. Zum Kräftemessen spielten die Mannschaften der verschiedenen Universitäten gegeneinander. Die Regeln waren aber noch nicht einheitlich, weshalb es schwierig war, Turniere durchzuführen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts verfassten englische Studenten die ersten Fussballregeln.

Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Fussballs in Europa spielte die Schweiz. Engländer hatten den Sport 1860 in Privatschulen in der Genferseeregion eingeführt. Ordnungsfreudig wie die Schweizer sind, haben sie den Fussball organisiert vorangetrieben. Der älteste noch bestehende Fussballclub der Schweiz, der FC St. Gallen, spielte lange eine wichtige Rolle bei administrativen Fragen rund um den Fussball.

Schnell war der Fussball auch in anderen Ländern bekannt. 1909 wurde in Paris der Weltfussballverband FIFA gegründet. Die FIFA stellte die internationalen Fussballregeln auf und organisierte erste Länderspiele. Die Weltmeisterschaften wurden erstmals 1930 in Uruguay ausgetragen. Der europäische Fussballverband, die UEFA, wurde 1954 gegründet und die erste Euromameisterschafts-Endrunde wurde 1960 in Frankreich ausgetragen. Seither zieht alle zwei Jahre (mit Ausnahme der Weltkriegs- und Nachkriegsjahre) eine EM oder WM Millionen von Menschen in Europa bzw. auf der ganzen Welt in ihren Bann.

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