Überraschend giftig

Giftige Schnecken und Kraken? Nichts Aussergewöhnliches in Australien. Nicht einmal die putzigen Schnabeltiere sind so harmlos, wie sie aussehen.

Eine Blauringkrake

Die blauen Ringe des Blauringkraken sind in Ruhe unauffällig, werden aber bei Gefahr zu einer intensiven Warnfärbung. Bild: James van den Broek/Shutterstock.com

Eine Würfelqualle

Würfelquallen sind an den Stränden Australiens gefürchtet. Bild: Daleen Loest/Shutterstock.com

Dass Quallen unangenehm brennen können, ist bekannt – doch das Gift einiger Arten ist so stark, dass es Menschenleben kostet. Würfelquallen, auch Seewespen genannt, besitzen bis zu drei Meter lange Tentakel mit Nesselzellen, die bei Kontakt Gift in das Opfer spritzen. Sie funktionieren nach demselben Prinzip wie bei den Feuerquallen, nur mit stärkerem Gift. Ein zusätzliches Sekret führt dazu, dass die Tentakel an der Haut festkleben und sich immer mehr Nesselzellen in das Opfer entleeren.

Jährlich kommen durch die Berührung mit Würfelquallen ca. 20–50 Menschen ums Leben. Bereits der Schock der unmittelbaren Schmerzen kann zum Tode führen. Das Gift wirkt zusätzlich lähmend auf alle Muskeln inklusive Herz- und Atemmuskulatur. Schützen kann man sich mit geeigneten Tauchanzügen – oder indem man nur dort ins Wasser geht, wo Badebereiche mit quallensicheren Netzen abgegrenzt sind.

Klein und auffällig gemustert: Der Blauringkrake

Zu den giftigsten Tieren der Welt gehört auch eine Krakengattung: die Blauringkraken. Ihr brauner Körper ist mit blauen Ringen geschmückt, die bei Bedrohung eine besonders intensive Färbung bekommen und als Warnung dienen. Obwohl der Krake nur wenige Zentimeter gross ist, führt sein Biss beim Menschen nämlich zu Lähmungserscheinungen, Übelkeit und Sprachstörungen. Trotz Lähmungen bleibt der Vergiftete aber bei vollem Bewusstsein.

Gegen das Nervengift der Blauringkraken, das normalerweise zur Beutejagd eingesetzt wird, gibt es kein Gegengift. Nach einem Biss hilft deshalb nichts ausser zu warten und den Vergifteten künstlich zu beatmen, bis die Wirkung des Giftes nach mehreren Stunden bis zu einem Tag nachlässt. Wird die Beatmung fachgerecht durchgeführt, überleben die meisten Opfer.

Eine Landkarten-Kegelschnecke

Eine Landkarten-Kegelschnecke. Bild: Kerry Matz National Institute of General Medical Services/Wikimedia Commons

Wehrhafte Schnecken

Auch gewisse Meeresschnecken sind giftig: Kegelschnecken kommen in seichtem Wasser vor und sind wegen ihrer bunten Muster beliebt bei Tauchern und Sammlern. Ihre Beute erlegen sie mit Giftpfeilen, die sie aber auch zur Verteidigung nutzen, wenn unvorsichtige Menschenhände sie anfassen wollen. Das Gift der Kegelschnecken verursacht Lähmungserscheinungen und kann über Atemlähmung sogar zum Tod führen.

Ein Säugetier mit Giftstachel

Schnabeltiere sind aus verschiedenen Gründen aussergewöhnlich: Sie tragen einen riesigen Schnabel, und neben dem Langnasenigel sind sie die einzigen Säugetiere, die Eier legen.

Schnabeltier

In freier Wildbahn nicht häufig zu entdecken: Ein Schnabeltier. Bild: worldswildlifewonder/Shutterstock.com

 

Einzigartig für ein Säugetier ist auch der Giftstachel an den Hinterfüssen der Männchen. Diesen setzen sie nicht zur Beutejagd oder Verteidigung gegen Fressfeinde ein, sondern bei Rivalenkämpfen gegen andere Männchen. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass ein Mensch mit dem Stachel des Schnabeltiers Bekanntschaft macht – zum Glück: Denn das Gift würde schmerzhafte Schwellungen verursachen, die monatelang anhalten könnten.

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