Gentechnik als Instrument in der Pflanzenzucht

Ein verantwortungsbewusster Einsatz der Gentechnik kann einen wertvollen Beitrag zur Pflanzenzüchtung leisten.

Maisernte

Ohne Gentechnik wäre ein grossflächiger Maisanbau wie in den USA kaum denkbar. Bild: CanStockPhoto

Die Gentechnik hat der Pflanzenzucht in den letzten Jahren eine Fülle von neuen Möglichkeiten eröffnet. Ein bekanntes Beispiel ist die Maispflanze: Durch das Einpflanzen eines Bakteriengens erhält sie einen „eingebauten“ Schutz gegen den Maiszünsler, einen Schädling, der in Maiskulturen weltweit grössten wirtschaftlichen Schaden anrichtet. Dieser biotechnologisch veränderte Mais wird Bt-Mais genannt, da das eingebaute Gen von dem Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt) stammt.

Der von Bt-Mais verwendete Schutzmechanismus beruht auf einem natürlich vorkommenden Bakterium

Bacillus thuringiensis ist ein natürlich vorkommendes Bodenbakterium. Bt-Bakterien produzieren Proteine, die bestimmte Zielinsekten bekämpfen, während sie für alle anderen Tiere unschädlich sind. Eines dieser Proteine richtet sich gezielt gegen den Maiszünsler. Mit Hilfe gentechnologischer Methoden konnte das Gen für dieses Protein in Bt-Mais eingebaut werden, sodass nun eine völlig neuartige Methode zum Schutz der Pflanzen vor Angriffen des Maiszünslers zur Verfügung steht.

BT-Mais ist eine neuartige Methode der Insektenbekämpfung

Wenn der Maiszünsler einmal in den Stängel eingedrungen ist, um die Pflanzen von innen her anzugreifen, sind konventionelle Bekämpfungsmethoden nicht immer wirksam oder gar nicht möglich. Herkömmliche Insektizide können das schädliche Insekt nicht erreichen, und es frisst sich immer weiter durch den Maisstängel. Schließlich ist die befallene Pflanze so stark geschädigt, dass sie von Wind oder Regen leicht umgeknickt werden kann und daher die Maiskolben nicht mehr ausreifen oder die Ernte erschwert wird. Bt-Mais jedoch ist giftig für den Maiszünsler, so dass er in Bt-Mais-Kulturen keinen Schaden anrichten kann.

Von vielen Nutzpflanzen gibt es gentechnisch veränderte Sorten

Reis ist das Grundnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Bei verschiedenen Sorten wurden deshalb auch hier Gene eingebaut, die den Reis gegen Virus-Krankheiten schützen oder die seinen Gehalt an bestimmten Vitaminen erhöhen. Dazu gehört z. B. „Golden Rice“ mit einem erhöhten Vitamin-A-Gehalt, der jedoch zurzeit noch nirgends kommerziell angebaut werden darf.

Zahlreiche andere gentechnisch veränderte Pflanzensorten, insbesondere Soja, Baumwolle, Mais und Raps, werden jedoch ausserhalb von Europa auf grossen Flächen angebaut. In der Schweiz dürfen gar keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden, in der EU nur einige wenige. Die meisten davon tragen Resistenzen gegen Herbizide: So kann Unkraut auf dem Feld vernichtet werden, ohne dass die Nutzpflanzen ebenfalls Schaden nehmen.

Die Forschung hofft ausserdem, Gene zu finden, die es Reis und anderen Pflanzen erlauben, längere Trockenperioden zu überstehen oder natürlich vorkommenden, aber giftigen Mineralien zu trotzen. Damit könnte Kulturland von schlechter Qualität in Gegenden mit wenig Niederschlag besser genutzt werden.

Der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ist in Europa streng reguliert, da ihr Nutzen auch den möglichen Risiken gegenübergestellt wird. Informiere dich selbst, wie Gentechnik genau funktioniert, welche Pflanzen aus welchen Gründen gentechnisch verändert werden und warum diesen Pflanzen gegenüber auch Bedenken bestehen!

  • www.gene-abc.ch – Gentechnisch veränderte Pflanzen (eine Initiative des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung)
  • Transparenz Gentechnik (eine umfangreiche Datenbank und Informationsplattform des Forums Bio- und Gentechnologie in Deutschland)
Quelle: Syngenta
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