Die Schweiz in der Weltraumforschung

Was fällt dir ein, wenn du an Bern denkst? Bundeshaus, Bären, Zibelemärit … aber vermutlich nicht Weltraumforschung. Und doch waren es Wissenschaftler der Universität Bern, die das einzige nicht-amerikanische Experiment der Apollo 11-Mission lieferten: das Sonnenwindsegel.

Das Bundeshaus in Bern. Bild: Flooffy/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Sonnenwindsegel von Apollo 11. Bild: NASA/Wikimedia Commons

Das Sonnenwindsegel, das sogar vor der amerikanischen Flagge aufgestellt wurde, fing von der Sonne ins Weltall strömende Teilchen ein, die später im Labor untersucht wurden und Informationen über die Zusammensetzung des Sonnenwinds lieferten.

Aber nicht nur die Berner waren an Bord vertreten. Die Firma Kern aus Aarau, die optische Präzisionsinstrumente herstellte, lieferte speziell für die besonderen Anforderungen der Raumfahrt angefertigte Objektive für die 16 mm DAC-Filmkamera, die im Apollo-Raumfahrtprogramm benutzt wurde. Ausserdem lieferte Kern die Theodoliten, mit deren Hilfe die Saturn V-Rakete für den Start präzise positioniert wurde. Auch das genaue Zusammenführen der einzelnen Stufen der Rakete wurde mithilfe dieser Theodoliten abgestimmt.

Ebenfalls von einem Schweizer Unternehmen, dem Uhrenhersteller Omega in Biel, stammten die Armbanduhren, die jeglichen Stresstest bestanden und von den Astronauten am Handgelenk getragen wurden. Als Backup, falls andere Instrumente versagten.

Eine weitere Bieler Firma, RMB, lieferte die Kugellager für das tragbare Lebenserhaltungssystem, das die Astronauten als Rucksack auf dem Rücken trugen und das sie unter anderem mit Sauerstoff versorgte.

Auch Araldit, ein weiteres Schweizer Produkt, schaffte es auf den Mond. Im Hitzeschild der Landekapsel, der diese vor der entstehenden Hitze beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre schützte, dienten die Epoxidharze von Ciba in Basel als Bau- und Füllstoffe.

Diese spacige Schweizer Erfindung verwendest du bestimmt auch selbst: Klettverschlüsse waren und sind ein beliebtes Mittel, um Gegenstände in der Raumkapsel zu befestigen und sie vom Herumschweben abzuhalten. Der Klettverschluss wurde vom Schweizer Ingenieur Georges de Mestral erfunden. Die raumfahrttaugliche Version wurde in den USA produziert.

Text: SATW / Alexandra Rosakis
Quelle: Technoscope 2/19: TeCHnik auf dem Mond. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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