Grüne Rechenzentren braucht das Land

Der weltweit rasant steigende Internetkonsum belastet die Umwelt. Die IT-Branche verfolgt verschiedene Lösungsansätze, um diesem Problem entgegenzuwirken.

Bild: CanStockPhoto

Rechenzentren sind die Datenfabriken des digitalen Zeitalters. Sie laufen ohne Unterbrechung rund um die Uhr, 7 Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr – Internet jederzeit und überall wäre anders gar nicht möglich. Das frisst viel Strom: In der Schweiz sind es etwa 3 Prozent des gesamten inländischen Verbrauchs. Besonders die Kühlung ist problematisch: Überspitzt formuliert wird dabei Energie förmlich zum Fenster hinausgeblasen. Nicht von ungefähr gibt es in kalten Ländern wie Island oder Norwegen einen regelrechen Server-Boom: Sie machen sich die kühlen Aussentemperaturen zunutze. Doch es gibt eine nachhaltige Alternative: Wasser kann Wärme viel besser transportieren als Luft und kühlt somit auch weit effizienter. Und während aufgeheizte Luft einfach verpufft, lässt sich aufgeheiztes Wasser weiterverwenden. So wie das beispielsweise ein Rechenzentrum in Uitikon bei Zürich tut: Seine Abwärme beheizt das Hallenbad der Gemeinde, die ihren Heizaufwand dadurch bis zu 80 Prozent reduziert hat. In Basel wird die Abwärme eines neuen Rechenzentrums direkt in den Wärmeverbund eingespiesen und beheizt die umliegenden Wohnquartiere.

Die IT-Branche engagiert sich dafür, dass solche Lösungen in Zukunft Standard werden. Gemeinsam mit dem Bund will sie auch den Stromverbrauch der Schweizer Rechenzentren drastisch senken und in Zukunft konsequenter auf Strom aus erneuerbaren Quellen setzen. Das setzt der Internetriese Google bereits um – kein anderes kommerzielles Unternehmen kauft weltweit so viel erneuerbaren Strom.

Text: SATW / Christine D’Anna-Huber
Quelle: Technoscope 3/19: Internet und Umwelt. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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