Das Märchen vom Spinat

Die meisten Ernährungsmythen sind genau das: Mythen. Viele Ernährungswissenschaftler plädieren dafür, dass die Menschen, statt Ernährungstrends zu folgen, wieder lernen sollten, ihrem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen.

Bilder: Spinat CanStockPhoto, Popeye Elzie Crisler Segar/Wikimedia Commons

Am Abend essen macht dick, Margarine ist gesünder als Butter und Zucker ist ein Vitaminräuber. Ananas macht schlank, grüner Tee schützt vor Krebs, Spinat ist ein Wundermittel für starke Muskeln. Zucker macht süchtig, ein Glas Rotwein schützt das Herz, das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag und mindestens eine warme Mahlzeit muss sein. Und natürlich: Kohlenhydrate, Salz und Fett sind des Teufels. Richtig?

Falsch! Die meisten dieser Ernährungsmythen stimmen nicht, beruhen auf vermeintlich wissenschaftlichen Erkenntnissen oder schlicht auf Missverständnissen. Wie die hartnäckige Mär vom extrem eisenreichen Spinat, die auf einen Druckfehler in einer alten Nährwerttabelle zurückgeht. Viele Ernährungswissenschaftler, wie zum Beispiel Uwe Knop, sagen sogar, dass es "gesundes" Essen an sich gar nicht gebe. Sie plädieren dafür, dass die Menschen, statt auf Food-Gurus zu hören und Ernährungsmoden und -trends zu folgen, wieder lernen sollten, ihrem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen. Denn der Körper wisse intuitiv, was ihm guttue. Und das bedeute meist einfach: Möglichst natürlich, von nichts zu viel und von allem ein bisschen.

Mehr zum Thema im Video "Die Moden der Ernährung"

Quelle: Technoscope 2/20: Food – Essen heute und morgen. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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