Es braucht viele neue Energiequellen

830'000 TJ (Terajoule) -– so gross ist die gesamte Menge an Endenergie, welche die Schweiz pro Jahr ungefähr verbraucht. Fast 40 Prozent davon verschlingt der Verkehr. Ein weiteres Viertel der Energie verbrauchen die Haushalte. Der Rest teilen sich Industrie und Dienstleistungssektor mit jeweils 15 bis 20 Prozent der Energie.

Bild: CanStockPhoto

Treibhausgase als Problem

Das Problematische daran: Zwei Drittel unseres Energieverbrauchs decken wir immer noch mit fossilen Energieträgern wie Heizöl, Erdgas, Benzin, Diesel und Kerosin. Wir brauchen sie vor allem zum Heizen von Räumen, für den Verkehr oder in industriellen Anlagen. Die Schweiz hat deshalb pro Kopf nach wie vor einen hohen Ausstoss von CO2. Besser sieht die Situation beim Strom aus: Während beispielsweise in Deutschland immer noch über die Hälfte des Stroms in Kohle- und Gaskraftwerken erzeugt wird, produziert die Schweiz ihren Strom weitgehend ohne CO2-Ausstoss. Dies liegt vor allem an der Wasserkraft. Die Speicherkraftwerke in den Alpen und die Flusskraftwerke im Mittelland produzieren gegen 60 Prozent unseres Stroms. Knapp 40 Prozent stammt aus Kernkraftwerken, der Rest aus anderen, meist erneuerbaren Quellen.

Verluste bei der Umwandlung

Tatsächlich verbrauchen wir aber wesentlich mehr Energie als die genannte Endenergie. Denn Transport und Umwandlung der verschiedenen Energieträger benötigen ebenfalls Energie. Besonders gross sind die Verluste, wenn man Wärmeenergie in elektrische Energie umwandelt. Der Carnot-Wirkungsgrad, 1824 publiziert von Sadi Carnot, ist der höchste theoretisch mögliche Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Wärmeenergie aus zwei Reservoiren verschiedener Temperatur in elektrische oder mechanische Energie. Je kleiner die Differenz der Temperatur ist, desto geringer ist der Wirkungsgrad. Selbst bei einem sehr modernen Kohlekraftwerk, das mit der neusten Generation von Dampfturbinen ausgerüstet ist, beträgt der Wirkungsgrad höchstens 40 bis 45 Prozent.

Es gibt viele Möglichkeiten

Um die Nachteile der heutigen Energieversorgung zu lösen, braucht es neben der Wasserkraft noch weitere neue erneuerbare Energiequellen. Windkraft, Sonnenenergie, Erdwärme, Holz, Biogas, Abwärme aus grossen Industrieanlagen oder Wärme-Kraft-Anlagen, welche Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen, sind Beispiele, wie man auch andere Quellen für unsere Energieversorgung nutzen kann. Fest steht allerdings auch: Jede dieser neuen Energiequellen kann für sich alleine unser Energieproblem nicht lösen. Es braucht eine Kombination verschiedener Technologien. Denn jede einzelne Technologie hat ihre ganz spezifischen Vor- und Nachteile.

Text: SATW / Felix Würsten
Quelle: Technoscope 2/16: Neue Energiequellen. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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