Das verflixte Bermudadreieck

Seit vor ein paar Jahrzehnten der Begriff Bermudadreieck für die Meeresgegend östlich von Florida geprägt und mit mysteriösen Zwischenfällen in Verbindung gebracht wurde, sind zahlreiche Theorien zu diesen Vorfällen veröffentlicht worden. Was ist dran am Mythos Bermudadreieck?

Schiff im Nebel

Bild: David Woods/Shutterstock.com

Das Bermudadreieck

Das Bermudadreieck nördlich der Karibik – wirklich ein Ort gehäufter Flug- und Schifffahrtskatastrophen? Bild:  Majestic-/Wikimedia Commons

Das gefürchtete Bermudadreieck ist eine Gegend im Atlantik, die sich zwischen den Bermudainseln, der Insel Puerto Rico und Florida an der Südküste von Amerika erstreckt. Es ist ein Ort zahlreicher unheimlicher Geschichten über rätselhafte Unglücksfälle von Schiffen und Flugzeugen.

Bei genauerer Betrachtung ...

Schon Christoph Kolumbus hatte berichtet, dass seine Kompassnadel völlig verrückt spielte, als er durch das Bermudadreieck hindurch fuhr. Das ist aber noch längst nicht alles: Ganze Schiffe und Flugzeuge inklusive Besatzung sollen angeblich spurlos verschwinden. Eine Erklärung für diese Phänomene hatte man nicht, und einige Theorien gaben sogar Ausserirdischen die Schuld an den mysteriösen Vorfällen. Die Leute mieden eine Reise, bei der sie durch das gefürchtete Bermudadreieck fahren oder fliegen mussten. Aber worauf gründet eigentlich der Mythos vom unheimlichen Bermudadreieck?

... schwindet die Zahl der "Vorfälle" ...

Während Jahrhunderten war die Seefahrt über offenes Meer ein äusserst gefährliches Unterfangen. Die Entwicklung der Luftfahrt erfolgte verglichen damit im Zeitraffer, doch noch vor einigen Jahrzehnten waren die Instrumente an Bord eines Flugzeugs längst nicht so ausgeklügelt und die Piloten nicht so gut ausgebildet wie heute. Kurz: Unglücksfälle geschahen immer wieder, gerade in einem so viel befahrenen Gebiet wie dem Bermudadreieck. Die Gefährlichkeit des Bermudadreiecks wurde von geschickten Autoren dadurch betont, dass sie auch Unglücksfälle in ihre Studien einbezogen, die weit ausserhalb des eigentlichen Dreiecks geschehen waren. Hinzu kamen einige schlichtweg erfundene Ereignisse – und schon schien in dem Gebiet ein Häufung von Unfällen aufzutreten. Statistisch kann ein Unterschied zu anderen Meeresgegenden jedoch nicht gezeigt werden!

... und die meisten anderen finden eine naturwissenschaftliche Erklärung.

Mit den dokumentierten Vorfällen hat man sich jedoch intensiv auseinandergesetzt, und es wurden einige bemerkenswerte Beobachtungen und Vorschläge zur Erklärung dieser Phänomene gemacht.

Elektromagnetische Felder könnten bei modernen elektronischen Navigationsgeräten zu vorübergehenden Störungen führen. Die von den Seefahrern früherer Jahrhunderte beobachteten geisterhaft rotierenden Kompassnadeln wiederum könnten sich durch Eigenheiten des Erdmagnetfeldes erklären lassen. Das Erdmagnetfeld verändert sich nämlich kontinuierlich, und möglicherweise lag das Gebiet des Bermudadreiecks zu jener Zeit gerade in einer magnetischen "Störungszone", in der der Kompass sich nicht stabil in Nord-Südrichtung ausrichtete. Andere Theorien weisen darauf hin, dass vor dem 19. Jahrhundert das Erdmagnetfeld im Bereich des Bermudadreiecks von der geografischen Nord-Südrichtung abwich. Eine Kompassnadel, die sich im Erdmagnetfeld ausrichtet, hätte deshalb die geografische Himmelsrichtung um mehrere Grad falsch angezeigt, woraufhin die Seeleute falsch navigiert hätten und ins Verderben gefahren wären.

Ein Schiffswrack im Bermudadreieck

Ein Schiffswrack im Bermudadreieck – mit seinen heftigen Strömungen (durch den Golfstrom verursacht) und häufigen Stürmen (die sich zu Hurrikanen auswachsen können) kein Gebiet für unerfahrene Seefahrer! Bild: Julie Fine/Shutterstock.com

Eine Erklärung für das plötzliche Verschwinden von Schiffen könnten die Methanvorkommen am Meeresgrund des Bermudadreiecks liefern. Methan ist ein Erdgas, das nach oben zur Wasseroberfläche steigt, wenn es irgendwo durch eine Spalte im Meeresgrund austritt. Innerhalb des Bermudadreiecks finden immer wieder grössere Methanausstösse am Meeresgrund statt. Das entstehende Gas-Wasser-Gemisch ist viel weniger dicht als reines Wasser, und man kann sich vorstellen, was mit einem Schiff geschieht, das plötzlich in eine solche Gas-Wasser-Zone fährt: Sein Auftrieb wird verringert, es sinkt also ein – als ob du über hartgefrorenen Schnee laufen und plötzlich in einem Neuschnee-Loch versinken würdest. Im schlimmsten Fall wird das Schiff so geradezu vom Meer verschluckt und geht unter. Diesen Mechanismus kannst du zu Hause ausprobieren: Setzt du ein kleines Schiffchen (z.B. aus Papier) in ein Wasserglas und erzeugst mit einem Strohhalm genügend Blasen im Wasser, so geht das Schiff unter.

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