Sand, das Gestein des Jahres 2016

Um auf ihn aufmerksam zu machen, haben Geowissenschaftler den Sand zum Gestein des Jahres 2016 gekürt. Man findet ihn nämlich nicht nur in Wüsten, Sandkästen und am Strand, sondern beispielsweise auch im Beton oder Glas. Er ist ein wichtiger Rohstoff für uns.

Sand ist Gestein des Jahres 2016

Bild: CanStockPhoto

Gesteine, die den Titel „Gestein des Jahres“ erhalten, sind aussergewöhnlich. Nicht nur ihre Entstehung, sondern auch ihre wirtschaftliche Bedeutung ist bemerkenswert. Das Expertenteam, welches jeweils das Gestein des Jahres auswählt, möchte auf dessen speziellen Eigenschaften aufmerksam machen.

Sand begegnet uns schon als Kind

Sand begegnet uns schon als Kind.
Bild: CanStockPhoto

Ein unverzichtbarer Rohstoff

Sand begegnet uns überall. Sei es als Kind beim Spielen im Sandkasten, am Strand im Urlaub, oder in der Wüste. Doch Sand versteckt sich auch an Orten, wo man ihn nicht vermuten würde: zum Beispiel in Beton, Glas, oder Halbleitern für Computer.

Aus der Baubranche ist Sand nicht wegzudenken. Sowohl Beton als auch der Mörtel fürs Mauerwerk enthalten Sand.

Sand steckt in Beton und Fensterglas

Sand steckt auch in Beton und Fensterglas.
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Geschmolzener Quarzsand bildet den Grundstoff für fast alle Glassorten. So bestehen Fensterscheiben und andere Glasobjekte, von der Flasche bis zur Präzisionslinse, zu einem grossen Teil aus Sand. Sogar unsere Computer würden ohne Sand nicht laufen, denn das darin enthaltene Siliziumoxid bildet den Rohstoff für Halbleiter. Und auch LEDs oder Solarzellen gäbe es nicht ohne Sand. Des Weiteren wird Sand in Schleif- und Poliermitteln eingesetzt und hilft bei der Wasserreinigung in Kläranlagen und Wasserwerken. Sand ist ein unverzichtbarer Rohstoff für uns.


Wenn dich interessiert, wie der Sand in die Fensterscheiben kommt, kannst du das im Artikel "Glasklar: Wie Sand zu Fensterscheiben wird" nachlesen.

Sandabbau Meeresboden

Sandabbau im Meer. Bild: CanStockPhoto

Der Sand wird knapp

Es scheint sehr viel Sand auf der Erde zu geben, aber inzwischen verbraucht die Menschheit so viel davon, dass er knapp zu werden droht. Sand ist keine Ressource, die schnell nachwächst. Bis ein Gestein mithilfe von Wind und Wasser zu Sand zermahlen wird, vergehen Zehntausende von Jahren. Nach Angaben der UNESCO wird (abgesehen vom Wasser) keine andere Ressource in so grossen Mengen verbraucht wie Sand. Da die Menschheit mehr Sand verbraucht, als sich bilden kann, wird der Rohstoff knapp. An Küsten und in Meeresgebieten wird deshalb immer mehr Sand vom Meeresgrund geholt, damit die Nachfrage gedeckt werden kann. Dies hat jedoch Folgen für die Meeresökologie: Tiere verschwinden und das Wasser verschlammt, wodurch weitere Organismen ihren Lebensraum verlieren. In Europa gibt es deshalb strenge Vorschriften. An vielen anderen Orten auf der Welt wird aber (legal oder illegal) so viel Sand wie möglich gewonnen. Dies zerstört einzigartige Landschaften.

Um auf all das aufmerksam zu machen und seine grosse Bedeutung zu unterstreichen, haben Geowissenschaftler den Sand zum Gestein des Jahres 2016 gekürt.

Mehr Infos über Sand und Wüste gibt es im Artikel „Von der Eis- bis zur Salzwüste: Welche Wüstenarten gibt es?

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