Science on the Move: Gornergrat, EPFL und Süsswasser-Aquarium „Aquatis“

Die Klasse 4AB des Gymnasiums Kirschgarten in Basel gewann beim Science on the Move Wettbewerb 2017 den zweiten Preis: Eine dreitägige Naturwissenschafts-Reise durch die Schweiz. Hier berichten sie über ihre Erlebnisse auf dem Gornergrat, an der EPFL und im Süsswasser-Aquarium "Aquatis" in Lausanne.

Auf dem Gornergrat

Im Sommer auf dem verschneiten Gornergrat (3135 M.ü.M.). Bild: Klasse 4AB, Gymnasium Kirschgarten, Basel

Innerhalb von 4 Stunden fuhren wir vom frühsommerlichen Basel auf das noch verschneite Gornergrat (3135 M.ü.M.). Die Wolkendecke verdeckte zwar die Sicht auf die vielen Viertausender, dennoch liessen wir uns von der hochalpinen Bergwelt verzaubern und unser Geographielehrer Herr Flach erklärte uns die Eigenheiten des eindrücklichen Gornergletschers.

Stellarium Gornergrat

Stellarium auf dem Gornergrat
Bild: Klasse 4AB, Gymnasium Kirschgarten, Basel

Durch das höchstgelegene Hotel der Schweizer Alpen gelangten wir ins Observatorium des Stellarium-Projekts. In der Kuppel auf dem Hoteldach lernten wir das 60-cm-Spiegelteleskopf für „Deep Sky Objekte“, eine Planetenkamera und die „All-Sky“-Kamera kennen. Die Universitäten Bern und Genf betreiben zusammen mit der Hochalpinen Forschungsstation Jungfraujoch & Gornergrat (HFSJG) diese Sternwarte und arbeiten auch mit interessierten Schulen zusammen, indem sie anpassbare Beobachtungen mit den modernen Geräten ermöglichen und ein Bildungsportal anbieten.

Die Gornergratbahn brachte uns anschliessend bis zur Riffelalp (2211 M.ü.M.). Von dort aus wanderten wir bergabwärts, wo wir kurz vor Zermatt auf die zerklüftete Felsenwelt der Gornerschlucht trafen. Über Treppen und Holzstege gelangten wir in die tiefe Schlucht, welche von der Gornervispe seit der letzten Eiszeit in den grünlichen Serpentinit gefressen worden war und wir bestaunten die tossenden Wassermassen und die abgeschliffenen Gesteinsformationen.

Gornerschlucht

Wanderung nach Zermatt durch die Gornerschlucht. Bilder: Klasse 4AB, Gymnasium Kirschgarten, Basel

Als wir am nächsten Morgen die Jugendherberge Zermatt verliessen, zeigte sich die Matterhornspitze vor blauem Himmel. Unsere Reise ging dann weiter durch das Rhonetal nach Lausanne.

Unser erster Besuch galt dort der EPFL (École polytechnique fédérale de Lausanne). Frau Frühauf, welche letztes Jahr in der Science on the Move – Jury sass, gab uns eine Einführung in die Studiengänge und die Spezialitäten der EPFL. Danach bekamen wir einen Einblick in die Welt des Laboratory of Psychophysics. Drei PhD-StudentInnen aus dem Labor von Prof. Michael Herzog erklärten uns, wie sie versuchen, sich unserer visuellen Wahrnehmung und deren Verarbeitung mit mathematischen Modellen anzunähern. Ein Schüler stellte sich als „Versuchskaninchen“ für ein Elektroenzephalogramm (EEG) zur Verfügung. Damit soll gezeigt werden, wie schnell das Gehirn auf eine erfolgreich gelöste Aufgabe reagiert. Wir bekamen einen faszinierenden Einblick in „Deep Neural Networks“, in die Hintergründe von optischen Täuschungen und in die Verknüpfung von Mathematik, Informatik und Neurobiologie.

Laboratory of Psychophysics

Versuchskaninchen am Laboratory of Psychophysics. Bilder: Klasse 4AB, Gymnasium Kirschgarten, Basel

Anschliessend führte uns ein Student über den modernen Campus der EPFL. Er zeigte uns die grosszügigen Studios, wo Studierende ihre Architekturmodelle bauen und den Innovation Park, in welchem Start-Up Firmen in enger Zusammenarbeit mit der EPFL an den Ideen der Zukunft tüfteln und direkten Technologietransfer betreiben.

ArtLab an der EPFL

Visualisierung von BigData-Projekten im ArtLab.
Bild: Klasse 4AB, Gymnasium Kirschgarten, Basel

Das vor zwei Jahren eröffneten ArtLab auf dem Campus verbindet Kunst und Wissenschaft unter einem architektonisch faszinierenden Dach. Wir besuchten zuerst denjenigen Pavillon, welcher aktuell die Ausstellung „KungFu-Motion“ zeigt. Sie untersucht Strategien zum Kodieren und Bewahren der immateriellen Shaolin-Kultur mit modernsten digitalen Technologien, wie zum Beispiel virtuellen Rekonstruktionen und Motion Capture. Im zweiten Pavillon, dem DataSquare, tauchten wir in grosse Forschungs-Projekte der EPFL, wie das Blue Brain Project und das digitale Archivprojekt Venice Time Machine ein. Die Visualisierungen dieser BigData-Projekte faszinierten uns sehr.

Bibliothek EPFL

Bibliothek auf dem Campus der EPFL.
Bild: Klasse 4AB, Gymnasium Kirschgarten, Basel

Die beeindruckende Bibliothek des Campus ist ebenfalls ein architektonisches Prunkstück. Das japanische Architekturbüro SANAA hat einen elegant geschwungenen Bau geschaffen, welcher zum pulsierenden Herzstück der EPFL wurde.

Am letzten Tag unserer Reise besuchten wir das neue Süsswasser-Aquarium „Aquatis“ in Lausanne. Unser Rundgang führte uns zuerst zurück ins Wallis: Die Gletscherwelt und die Rhone mit ihrer Fauna werden sowohl audiovisuell als auch in den Aquarien gezeigt. Weiter geht es schliesslich über alle 5 Kontinente in verschiedene Ökosysteme. In den insgesamt fast 2 Millionen Liter Süsswasser tummeln sich etwa 10'000 Fische und auch Amphibien und Reptilien, wie der mächtige Komodowaran sind zu sehen. Viele Videos und Projektionen erläutern die Vielfalt, die Wichtigkeit und die Fragilität der faszinierenden Wasserwelten.

Süsswasseraquarium Aquatis

Im Süsswasseraquarium "Aquatis" in Lausanne.
Bild: Klasse 4AB, Gymnasium Kirschgarten, Basel

Vor der Heimfahrt war noch Zeit, um die Altstadt von Lausanne zu erkunden und die französische Sprache anzuwenden!

Als die Destinationen in unserer Reiseplanung feststanden, versuchten wir auch ein Treffen mit dem Nobelpreisträger Prof. Jacques Dubochet (Chemie 2017) von der Universität Lausanne zu organisieren. Leider war er schon verplant, aber er gab unseren Schülerinnen und Schülern per Mail folgenden Rat mit für ihre Zukunft:  

"Don’t find what you’re good at - that’s hard to do. Figure out what you love, and pursue that."

In diesem Sinne waren wir „on the move“ und haben uns von der Natur und der Wissenschaft faszinieren lassen!

Quelle: Gymnasium Kirschgarten, Klasse 4AB

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