Gentechnik und Ernährung

Dieses Dossier erläutert, wozu man in der Pflanzenzüchtung und Lebensmittelherstellung Gentechnik anwendet.

Maisfeld. Bild: CanStockPhoto

Die Pflanzenforscherinnen und -forscher, die heute mit gentechnischen Methoden arbeiten, haben grundsätzlich die gleichen Ziele wie die ersten Ackerbauern vor 10'000 Jahren: Kulturpflanzen, die ertragreich und widerstandsfähig gegenüber schädlichen Organismen, Unkräutern und widrigen Umweltbedinungen sind. Nebst dem Schutz der Pflanze und damit der Ernte konzentriert sich die Forschung heute mehr und mehr auch auf die Verbesserung der Nahrungsmittelqualität, was der Gesundheit des Menschen zugute kommen soll.

Alte Ziele und neue Methoden

Auch bei der herkömmlichen Züchtung von Pflanzen werden, über viele Generationen hinweg, die Gene der Pflanzen verändert. Doch zwischen gezüchteten und gentechnisch veränderten Pflanzen besteht ein wesentlicher Unterschied: Mit Gentechnik kann das Erbgut von Pflanzen zielgerichtet verändert werden. Ausserdem werden bei der herkömmlichen Züchtung nur artverwandte Pflanzen gekreuzt. Mit der Gentechnik können jedoch auch Gene aus nicht-verwandten Organismen, das heisst zum Beispiel aus Bakterien, eingeschleust werden.

Ob solche gentechnisch veränderten Pflanzen (und Tiere) gezüchtet und für die Lebensmittelherstellung verwendet werden sollen, wird aus verschiedenen Gründen kontrovers diskutiert. Für unseren Körper macht es chemisch gesehen jedoch keinen Unterschied, ob er gentechnisch veränderte oder konventionell gezüchtete Nahrung zu sich nimmt und verdaut.

Praktisch all unsere Lebensmittel enthalten DNA

Fast alle unsere Nahrungsmittel stammen von Pflanzen oder Tieren und enthalten DNA, also die Gene dieser Lebewesen. Pro Tag nehmen wir Menschen etwa 1g Gene mit der Nahrung auf. Diese werden im Magen und Darm in ihre Bausteine zerlegt. Die Moleküle, die aus unserer Nahrung gewonnen werden, braucht der Körper zum Energiegewinn oder zum Aufbau von Substanz, oder er scheidet sie als Abfallstoffe wieder aus. Alle DNA, die wir mit der Nahrung aufnehmen, wird auf diese Weise zerlegt – egal ob sie gentechnisch verändert wurde oder nicht.

Weitere Infos zum Thema:

 

Mehr zu den ethischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Anwendung von Gentechnik im Lebensmittelbereich stellen, findest du im Artikel Ethik und grüne Gentechnik.

Dieser Beitrag integriert Inhalte von der ehemaligen Website gene-abc.ch, die im Jahr 2016 von SimplyScience übernommen wurde. Das Gene ABC war eine Initiative des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und umfasste auch eine Reihe von YouTube-Videos.

Gene und Ernährung

Gentechnisch veränderte Pflanzen

Gentechnische Methoden haben die Möglichkeiten der Pflanzenzucht in den letzten 30 Jahren kontinuierlich erweitert. War anfänglich vor allem davon die Rede, dass Gene von anderen Arten in Pflanzen eingeführt werden sollten, können heute präzise Punktmutationen vorgenommen werden, welche sich von natürlich vorkommenden genetischen Varianten nicht unterscheiden lassen.

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Gene und Ernährung

Reis mit Provitamin A

Reis ist die weltweit wichtigste Ernährungspflanze. Sie ist das Grundnahrungsmittel für über zwei Milliarden Menschen in Entwicklungsländern, doch sie deckt damit nicht überall den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen.

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