Der Gesang der Vögel

Im Frühling leisten uns Singvögel mit ihrem Gesang vom frühen Morgen an Gesellschaft. Wir hören sie oft auch tagsüber zwitschern. Warum und wie tun sie das?

Singender Zaunkönig

Dieser winzige Vogel, der Zaunkönig, überrascht mit einem der kraftvollsten und melodischsten Gesänge des Morgens. Bild: CanStockPhoto

Die Rolle des Vogelgesangs

Singende Amsel

Die Amsel singt über den ganzen Tag und kennt verschiedene Melodien. Bild: CanStockPhoto

Vögel können, so wie viele andere Tiere, Laute erzeugen. Wenn die Laute melodisch sind, sprechen wir von Liedern oder Gesängen. Der Gesang ermöglicht den Vögeln, sich sozial zu organisieren und trägt so zu ihrem Überleben bei. In der Regel singen die männlichen Vögel, um ihr Revier zu verteidigen und eine Partnerin zu finden.

Für einen Vogel ist die Fähigkeit gut zu singen sehr wichtig: Einen guten Sänger werden andere Männchen als stark wahrnehmen und ihn nicht angreifen. Die Weibchen erkennen in ihm einen gesunden und starken Partner, der sie beschützen kann. Tatsächlich singen Männchen ihre kompliziertesten Gesänge, um Weibchen anzulocken.

Einige Vögel können sogar den Gesang anderer Vogelarten oder die Stimme eines Menschen nachmachen. Bei einigen Vögeln ist die Fähigkeit zu singen angeboren, andere müssen den Gesang durch Zuhören von ihren Vogelkollegen erlernen. Es gibt aber auch Vogelfamilien, wie z.B. die Störche, die nicht singen.

Nicht nur Melodien

Vögel singen nicht nur schöne Lieder, um zu verführen oder ihr Revier zu verteidigen, sondern geben das ganze Jahr über auch kurze Rufe von sich. Das gilt sowohl für Männchen als auch für Weibchen und es ist ein Mittel der Kommunikation im Alltag. Mit Rufen geben Vögel Informationen an ihre Artgenossen weiter, zum Beispiel, wenn sie eine Nahrungsquelle gefunden haben oder wenn eine Gefahr naht.

Stimmkopf (Syrinx)

Die Syrinx ist das Organ der Vögel, mit dem sie Töne modulieren können. Bild: TecumsehFitch/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Der Stimmkopf: ein besonderes Organ

Menschen sprechen und singen mithilfe ihrer Stimmbänder im Kehlkopf. Bei Vögeln übernimmt der sogenannte Stimmkopf (auch Syrinx genannt) die Aufgabe Töne zu erzeugen.

Du kannst dir den Stimmkopf wie einen Ballon vorstellen, der sich bei den meisten Arten am unteren Ende der Luftröhre befindet, kurz bevor sie sich verzweigt und zu den zwei Lungen führt (siehe Bild). Wenn der Vogel ausatmet, schwingt die "Ballonhaut" und erzeugt dabei Töne. Kleine Muskeln am Stimmkopf können die Spannung der Ballonhaut und damit auch den Klang der Töne verändern. Körperliche Merkmale wie die Körpergrösse oder die Grösse und Form der Schnabelhöhle oder Brusthöhle beeinflussen die Klangfarbe und Qualität des Gesangs des einzelnen Tieres, ähnlich wie bei uns Menschen.

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