Warum stellt man Teleskope in die Wüste?

Weil man für die Sternbeobachtung saubere, trockene Luft ohne störendes Licht von nahegelegenen Ortschaften benötigt. In abgelegenen Wüsten findet man diese Bedingungen.

Diese beiden Teleskop-Einheiten gehören zum "VLT" ("Very large telescope")

Diese beiden Teleskop-Einheiten gehören zum "VLT" ("Very large telescope" – übersetzt "Sehr grosses Teleskop"). Es steht auf 2600 m ü. M. in der chilenischen Atacama-Wüste. Bild: ESO/José Francisco Salgado/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

In der Atacama-Wüste in Chile wird in den nächsten Jahren das grösste Teleskop der Welt gebaut, das E-ELT (European Extremely Large Telescope). Sein riesiger Spiegel wird einen Durchmesser von 39 m haben und aus 1000 sechseckigen Spiegelelementen zusammengesetzt sein (zum Vergleich: Bisherige grosse Spiegelteleskope wie das VLT (Very Large Telescope) haben einen Spiegeldurchmesser von etwa 8 m). Das E-ELT wird von der ESO (Europäischen Südsternwarte) gebaut und betrieben, bei der auch die Schweiz Mitglied ist. Es wird 1,1 Milliarden Euro kosten.

Im Jahr 2018 soll das E-ELT fertiggestellt sein. Man möchte mit seiner Hilfe herausfinden, wie Planeten und Sterne entstehen und ob es Leben ausserhalb der Erde gibt. Die Wissenschaftler halten es für möglich, dass auf gewissen Planeten in fernen Sternsystemen Leben existieren könnte, und diese Vermutungen würde man gerne bestätigen.

Saubere Luft und dunkle Nächte

Die ESO hat bereits an drei Standorten in Chile Teleskope erstellt unter anderem eben das VLT. Alle Teleskope stehen auf Bergen in der Atacama-Wüste. Viele Faktoren beeinflussen nämlich das Licht und andere Strahlen aus dem Weltraum, die ein Teleskop empfangen soll: In einer Stadt hätte man z.B. Probleme mit störender Strassen- und Gebäudebeleuchtung und mit verschmutzter Luft. In der Atacama-Wüste ist die Atmosphäre jedoch ideal. Sie ist sehr trocken, so dass sich weder Wolken noch Nebel bilden, der Himmel ist sehr klar und es ist dort nachts sehr dunkel.

Das neue E-ELT wird auf über 3000 m über Meer gebaut und kann sowohl normales Licht als auch Infrarot empfangen und zu Bildern verarbeiten. Dies ist wichtig, da manche Gestirne kaum sichtbares Licht aussenden, aber Infrarot-, UV- oder Röntgenstrahlen.

Auch das höchstgelegene Teleskop der Erde wird bis 2017 in Chile gebaut. Das Cerro Chajnantor Atacama Telescope (CCAT) wird auf einer Höhe von 5600 m stehen und kostet 110 Millionen US-Dollar.

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