Auf die Zubereitung kommt es an

Macht es einen Unterschied, ob man Eier mit viel oder wenig Wasser kocht? Und wie kann man eine Fertigpizza möglichst umweltfreundlich zubereiten? Versuche in der Laborküche zeigen: Wie viel Energie das Kochen benötigt, hängt sehr stark von der Zubereitungsart ab.

Kochplatte  (Bild: © elxeneize/shutterstock.com)

Beim Kochen kann man erstaunlich viel Energie sparen - wenn man es richtig macht (Bild: © elxeneize/shutterstock.com)

Bei der konventionellen Methode werden die Eier im Wasserbad hart gekocht. Das braucht drei Mal mehr Energie als die Zubereitung mit wenig Wasser und geschossenem Deckel (Bild: SATW / Anette Michel)

Es war eine legendäre Fernsehsendung: 1990 demonstrierte der damalige Bundesrat Adolf Ogi dem staunenden Schweizervolk, wie man beim Eierkochen Energie sparen kann. Der Magistrat wurde für seinen Auftritt von vielen belächelt – zu Unrecht, wie eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur und der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz nun zeigt: Ogis Empfehlungen haben auch in einer modernen Küche mit Induktionsherd und isolierten Pfannen ihre Gültigkeit. Kocht man die Eier nur mit wenig Wasser in einer geschlossenen Pfanne, braucht man drei Mal weniger Energie als bei der konventionellen Kochmethode.

«Die Art und Weise, wie man Gerichte zubereitet, hat einen grossen Einfluss auf den Energieverbrauch», stellt Anette Michel fest. Zusammen mit Toni Venzin hat sie in einer speziellen Versuchsküche verschiedene Speisen zubereitet, um die effizientesten Kochmethoden zu ermitteln. Neben den bereits erwähnten Eiern haben die beiden auch Kartoffeln, Teigwaren, Fertigpizzen und Kaffee gekocht – stets nach klar definierten Regeln, um wirklich verlässliche Messwerte zu erhalten.

Thermobild konventionelle Pfanne (Bild: SATW / Anette Michel)

(Bild: SATW / Anette Michel)

Die Thermobilder zeigen, wo beim Kochen Wärme verloren geht

Während die konventionelle Pfanne die Wärme gleichmässig abstrahlt...

 

 

Thermobild Dampfkochtopf Induktionsplatte (Bild: SATW / Anette Michel)

(Bild: SATW / Anette Michel)

 

 

... verliert der Dampfkochtopf auf der Induktionsplatte vor allem am Boden und beim Deckel Energie ...

 

 

Thermobild herkömmliche Gussplatte (Bild: SATW / Anette Michel)

(Bild: SATW / Anette Michel)

 

 

Bei der herkömmlichen Gussplatte fallen die hohen Verluste am Rand des Pfannenbodens auf. (Die Farbskalen der Bilder sind unterschiedlich, d.h. die Bilder können nicht direkt miteinander verglichen werden.)

 

 

Fertigpizza als Energiefresser

Die Resultate zeigen: Bereits die Wahl des Gerichts ist entscheidend. 500 Gramm Ofenkartoffeln beispielsweise benötigen für die Zubereitung neun Mal mehr Strom als die gleiche Menge geschwellte Kartoffeln, die man in der Isolierpfanne zubereitet. Auch das Dämpfen im Backofen mit Steamerfunktion schneidet ungünstig ab: Der Verbrauch ist hier sieben Mal höher als mit der effizientesten Methode. «Ein Backofen braucht immer viel Energie, weil man ein grosses Volumen aufheizen muss», erklärt Anette Michel. «Deshalb ist es auf jeden Fall vorteilhafter, die Gerichte in der Pfanne zuzubereiten.»

Und wie sieht es mit den Teigwaren aus? Wer einen Teil des Spaghettiwassers mit dem Wasserkocher vorheizt, spart vielleicht etwas Zeit, aber keine Energie. Da neben der Pfanne auch noch der Wasserkocher erhitzt wird, gleicht sich der Vorteil des effizienteren Wasserkochers wieder aus und der Stromverbrauch fällt gleich hoch aus. Auch das gut gemeinte Vorkochen lohnt sich aus energetischer Sicht nicht wirklich. Nur wenn man die zweite Portion am nächsten Tag auf energiesparsame Weise – beispielsweise im Mikrowellenofen – erhitzt, lässt sich Energie sparen. Erwärmt man sie hingegen im Steamer, fällt die Gesamtbilanz deutlich negativ aus.

Wenig überraschend ist hingegen, dass Fertigpizzen, die im Backofen gebacken werden, regelrechte Energiefresser sind. Wer seine Bilanz etwas aufbessern möchte, sollte die Pizza auf jeden Fall mit Umluft zubereiten. Verzichtet man zusätzlich noch auf das Vorheizen, lässt sich sogar noch etwas mehr Strom sparen – allerdings nur, wenn die Pizza dann auch rechtzeitig aus dem Ofen genommen wird.

Die heutigen Perronanlagen sind zu eng, um die künftigen Passagierströme zu bewältigen.(Bild: SATW / Franz Meier)

Eine effiziente Methode zum Kaffeekochen: Mokka Pot auf passender Herdplatte (Bild: SATW / Anette Michel)

Hohe Verluste bei Kaffeemaschinen

Eine wichtige Verlustquelle konnten Michel und Venzin beim Kaffee ausmachen: Auch dort hängt der Energieverbrauch stark davon ab, auf welche Weise das Getränk zubereitet wird. Besonders problematisch sind vollautomatische Kaffeemaschinen, die ständig in Betrieb sind. Sie verbrauchen vier Mal mehr Energie als Geräte, die von selbst in den Ruhezustand wechseln. Das Beispiel Kaffee zeigt: Gerade bei den Küchengeräten lohnt es sich also, bereits beim Kauf auf den Energieverbrauch zu achten.

So sparst du Energie in der Küche

  • Verwende Backofen und Steamer möglichst sparsam! Koche das Essen wenn immer möglich in der Pfanne!
  • Stelle den Backofen auf Umluft ein! Dabei kannst du die Temperatur um 20°C tiefer stellen als bei Oberund Unterhitze.
  • Mit einer Isolierpfanne oder einem Dampfkochtopf kannst du beim Kochen viel Energie sparen.
  • Schliesse die Pfannen möglichst mit einem Deckel und verwende zum Kochen nur wenig Wasser!
  • Wähle die Grösse der Pfanne so, dass sie möglichst gut auf die Herdplatte passt! Wenn die Herdplatte zu gross ist, geht viel Energie verloren.
  • Mit effizienten Küchengeräten kannst du viel Energie sparen. Achte deshalb beim Kauf, welches Gerät wie viel Energie benötigt. Eine Übersicht von besonders effizienten Geräten findest du auf www.topten.ch.

Text: SATW /Felix Würsten
Quelle: Technoscope 1/13: Energie im Alltag. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

Alle Artikel dieser Technoscope-Ausgabe sind im Dossier "Energie im Alltag" auf SimplyScience.ch zusammengefasst.

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