Unheimliche Töne

Im Restaurant und beim Gläser Abwaschen kann man die Erfahrung machen: Auf dem feuchten Rand eines Weinglases lassen sich mit dem Finger Töne erzeugen! Nach diesem Prinzip funktioniert auch ein Instrument, das man Glasharfe nennt.

Glasharfe

Die Klänge dieser Glasharfe sind vermutlich mehrere Meter im Umkreis hörbar. Bild: Raimond Spekking/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Die Glasharfe ist eine Zusammenstellung von mehreren dünnwandigen Gläsern in unterschiedlichen Grössen, die meist in Reihen angeordnet werden. Durch kreisende Bewegungen mit einem feuchten Finger auf dem Rand der Gläser werden diese zum Klingen gebracht. Das Wasser sorgt dafür, dass der Finger auf dem Glas genug Reibung hat; wenn man dann gerade mit der richtigen Geschwindigkeit dem Glasrand entlangfährt, wird das Glas in Schwingung versetzt. Diese Schwingung sehen wir als kleine Wellen auf dem Wasser im Glas, und wir hören sie als Ton.

Filmmusik auf der Glasharfe

Die Gläser haben alle unterschiedliche Tonhöhen, da sie einerseits verschieden gross und dick sind und andrerseits mit unterschiedlich viel Wasser gefüllt werden. Je mehr Wasser ins Glas gegeben wird, desto schwerer wird das Glas durch die zusätzliche Wassermasse. Es schwingt deshalb langsamer, und wir hören einen tieferen Ton als wenn nur wenig oder kein Wasser im Glas wäre. Geschickte Glasharfenspieler können mit einer gut gestimmten Glasharfe komplexe Melodien spielen. Das siehst und hörst du in diesem Video, in dem die Titelmusik der Harry-Potter-Filme gespielt wird!

Video: Glasharfe
Ein Strassenkünstler spielt die Harry-Potter-Filmmusik auf der Glasharfe.

Um 1929 stellte der Stuttgarter Bruno Hoffmann eine Glasharfe zusammen und machte dieses Instrument weltberühmt. Musiker suchen meist sehr lange nach den optimalen Gläsern, um sich selbst eine Glasharfe zusammenzustellen, und manchmal sind unperfekte oder fehlerhafte Gläser sogar noch besser als normale. Um tiefe Töne zu erreichen, sollte das Glas grösser, aber trotzdem dünn sein. Hohe Töne sind einfacher hervorzubringen, klingen aber ab einer gewissen Höhe nicht mehr schön.

Erstaunlich ist die Lautstärke, die eine Glasharfe erreichen kann – sie kann einen Saal mit bis zu 200 Zuschauern füllen. Die Glasharfe klingt so laut, weil die Gläser so dicht beieinander stehen, dass sie sich gegenseitig als Resonanzkörper dienen. Man spielt ausserdem oft drei oder mehr Gläser gleichzeitig an, um einen vollen Klang zu erhalten. Häufig werden bekannte klassische Musikstücke gespielt, z.B. von Mozart. Glasharfen können gut mit Gesang, Flöte, Vibraphon oder auch Sprache kombiniert werden.

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