Versteinerte Wälder – wie entstehen die Bäume aus Stein?

Es gibt Bäume aus Stein, die in allen Farben schillern und viele Millionen Jahre alt sind. Für Wissenschaftler sind sie deshalb wichtige Zeugen der früheren Pflanzenwelt. Ausserdem sind sie beliebte Sammel- und Schmuckstücke. Doch wie wird eigentlich Holz zu Stein?

Versteinertes Holz

Da das Ersetzen der Holzbestandteile mit Mineralien sehr langsam geschieht, bleibt die Struktur des Baumes gut erhalten. So können Wissenschaftler herausfinden, zu welcher Art der Baum aus Stein gehört. Bild: Dschwen/Wikimedia, CC-Lizenz

Die Mikroorganismen am Arbeiten hindern

Wenn ein Baum stirbt, dann wird sein Holz normalerweise mit der Zeit von Bakterien und Pilzen zersetzt – es verrottet. Doch die Mikroorganismen brauchen Sauerstoff für ihre Arbeit. Fehlt dieser, kann das Holz bei den richtigen Bedingungen zu einem Fossil werden, wie zum Beispiel Dinosaurierskelette auch. Wie genau so eine Fossilierung funktioniert, kannst du hier nachlesen: Wie entstehen Fossilien?

Eingepackt in Asche und Sand beginnt die Fossilisation

Um „zu Stein“ zu werden, darf also keine Luft zum Holzstück gelangen. Dies ist zum Beispiel der Fall nach einem Vulkanausbruch, wenn die ausgeschleuderte Vulkanasche Baumstämme luftdicht unter sich begräbt. Auch können abgestorbene Bäume in einem Fluss davongeschwemmt und irgendwann von Schlamm, Sand und anderem Sediment luftdicht bedeckt werden. So eingepackt liegen die Bäume für lange, lange Zeit. Wasser sickert durch den Boden und transportiert in ihm gelöste Stoffe, zum Beispiel verschiedene Mineralien. Es durchfliesst auch den eingebetteten Baumstamm, und das Holz „sammelt“ die Mineralien aus dem Wasser in seinen Zellen.

Eisen macht rot, Kobalt blau

Nach und nach wird so das organische Holz durch anorganische Mineralien ersetzt. Die Struktur und die Form des Baumstammes bleiben dabei aber perfekt erhalten! Das wichtigste Mineral bei diesem Vorgang ist Siliziumdioxid. Es füllt die Poren des Holzes auf und „verkieselt“ dieses. Doch auch andere Mineralien sind beteiligt und verantwortlich für die schönen Farben des versteinerten Baumstamms. Eisenoxide zum Beispiel färben das Holz rot, gelb oder braun, Kobalt und Chrom geben ihm eine blaue oder grüne Farbe.

Viele fossile Holzer ergeben einen versteinerten Wald

Von versteinerten Wäldern spricht man, wenn an einem Ort besonders viele fossile Holzstücke gefunden werden. Es gibt auf der ganzen Welt versteinerte Wälder, und oftmals werden sie als Nationalpark geschützt und ziehen viele Besucher an. Hier einige Beispiele:

Versteinertes Holz auf der Insel Lesbos. Bild: Signy/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Griechenland

Ein Vulkanausbruch vor etwa 20 Millionen Jahren hat auf der Insel Lesbos zu vielen fossilen Bäumen geführt. Der so entstandene versteinerte Wald gilt als einer der grössten auf unserer Erde.

Dinosaurierspuren

Versteinerte Baumstämme in Chemnitz. Bild: Sgeureka/Wikimedia, CC-Lizenz

Deutschland

In der Stadt Chemnitz in Sachsen wurden zahlreiche versteinerte Stämme von riesigen Schachtelhalmen und anderen urzeitlichen Pflanzen gefunden, die bei einem Vulkanausbruch vor etwa 290 Millionen Jahren konserviert wurden. Heute befinden sich viele davon in einem Museum.

Ammonit

Der versteinerte Ginkgowald in Washington. Bild: Randy Winn/Wikimedia, CC-Lizenz

USA

Im Staat Washington wurden versteinerte Bäume gefunden, die etwa 15 Millionen Jahre alt sind. Über 50 verschiedene Arten konnten Wissenschaftler bestimmen, darunter Fichten, Nussbäume, Ginkgos, Haselnusssträucher und Magnolien.

Versteinerte Baumstämme in Namibia. Bild: Mram/Wikimedia

Namibia

In einem alten Flussbett westlich von Khorixas befinden sich gut 50 versteinerte Baumstämme, die etwa 280 Millionen Jahre alt sind. Zwischen ihnen wächst ausserdem die seltene Pflanze Welwitschie, die mehrere Hundert Jahre alt wird.

Versteinerte Nadelbäume in Patagonien. Bild: Dhzanette/Wikimedia

Argentinien

Südlich von Sarmiento in Patagonien wurden mehrere über 30 Meter lange versteinerte Baumstämme gefunden. Es sind vor allem urtümliche Nadelbäume, die etwa 65 Millionen Jahre alt sind.

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