Farben & Klänge

Warum ist Wasser mal türkis, mal dunkelgrün und manchmal sogar rostrot?

Weiss-blaue „Wolken“ von Algen der Art Emiliania huxleyi, die das Sonnenlicht reflektieren

Algen vermehren sich manchmal so stark, dass man diese „Algenblüte“ sogar auf einem Satellitenbild erkennt. Hier sieht man weiss-blaue „Wolken“ von Algen der Art Emiliania huxleyi, die das Sonnenlicht reflektieren. Bild: NASA/Wikimedia Commons

Die Farbe eines Gewässers wird von vielen Dingen im Wasser beeinflusst. Bakterien, Algen, Mineralien, Sand, Schlamm und andere Teilchen färben das Wasser von milchigweiss bis türkisblau.

Das Meer ist blau. Immer? Das Wasser an den karibischen Sandstränden wirkt ja eher türkisfarben. Und die Nordsee nimmt manchmal ein düsteres Graublau an.

Warum ist das Meer (meistens) blau?

Sonnenlicht besteht aus Strahlen mit vielen verschiedenen Wellenlängen, die unterschiedlichen Farben entsprechen. Zusammen erscheinen uns diese Strahlen als weisses Licht. Wenn das Licht auf eine Wasseroberfläche trifft, wird ein Teil davon zurückgespiegelt, während ein anderer Teil gebrochen wird und ins Wasser eindringt. Im Wasser wird ein Teil des Lichts von den Wasserteilchen geschluckt oder abgelenkt und gestreut. Nicht alle Farben verhalten sich dabei gleich. Rotes Licht wird nämlich am schnellsten vom Wasser geschluckt, blaues Licht hingegen wird auch im tieferen Wasser noch gestreut und von uns wahrgenommen. Darum haben das Meer und viele Seen meist eine blaue Farbe. Ist das Wasser sehr klar und tief, sieht das Blau besonders intensiv aus.

Sandböden und Algenblüten

Neben der Wassertiefe haben auch noch andere Dinge einen Einfluss auf die Wasserfarbe. Zum Beispiel macht ein weisser Sandboden wie bei den Stränden in der Südsee das Wasser heller. Und wenn viele Teilchen aus Schlamm, Sand, oder Gestein im Wasser schwimmen, brechen diese das Licht zusätzlich und das Wasser wird braun, grau oder weisslich.

Auch gibt es viele Algenarten und andere Lebewesen im Wasser, die wie die Landpflanzen Photosynthese machen können. Bei diesem Prozess brauchen sie vor allem das rote und blaue Licht, um Zucker herzustellen. Das grüne Licht bleibt also übrig. Darum wirken Seen, Teiche und Meeresabschnitte mit vielen Algen grün. Wenn sich eine Algenart unter bestimmten Bedingungen unglaublich stark vermehrt, nennt mandas „Algenblüte“. Je nach Art und Farbe dieser Alge färbt sich das Wasser dann auch braun oder sogar rot.

Mineralien und Bakterien färben das Wasser in allen Regenbogenfarben

Besonders leuchtende Farben haben Seen und heisse Quellen in Gebieten mit erhöhter Erdwärme (sogenannte Geothermalgebiete). Dort enthalten die Gesteine nämlich meistens spezielle Mineralien, von denen sich färbende Stoffe wie Schwefel- oder Eisenverbindungen im Wasser lösen und es smaragdgrün, türkis oder schwefelgelb färben.

Auch leben in heissen Quellen oftmals farbige Bakterien und andere Mikroorganismen, durch die das Wasser dann in allen Regenbogenfarben leuchtet.

Feuerrote heisse Quellen, smaragdgrüne Kraterseen, türkisfarbenes Karibikmeer und viele andere faszinierende Wasser-Bilder findest du in unserer Bildergalerie.

Erstellt: 05.09.2013
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