Holz, ein vielseitiger Rohstoff

Holz ist ein aussergewöhnliches Material: Es liefert Energie, eignet sich ideal zum Bauen und ist für die Papierherstellung unabdingbar – und es ist als nachwachsender Rohstoff besonders umweltfreundlich.

Holzlager

Bild: CanStockPhoto

Es gibt wohl kein anderes natürliches Material, das derart vielseitig ist wie Holz. Sei es als Bau- und Werkstoff für Häuser und Möbel, als Lieferant von Fasern für die Papier- und Kartonherstellung oder als erneuerbarer Energieträger – Holz kann auf ganz unterschiedliche Weise eingesetzt werden. Kein Wunder wird dieses Material seit jeher von den Menschen genutzt. Und auch heute, im Zeitalter der Hightech-Materialien, ist Holz einer der wichtigsten Roh- und Werkstoffe überhaupt. Weltweit gesehen wird mehr Holz produziert als beispielsweise Stahl, Aluminium oder Beton.

Bemerkenswert am Rohstoff Holz ist nicht nur seine Vielseitigkeit, sondern auch, dass es sich um ein sehr ökologisches Material handelt. Sofern nicht mehr Bäume geschlagen werden als neue nachwachsen, handelt es sich um einen erneuerbaren Rohstoff, der im Prinzip unbegrenzt genutzt werden kann. Positiv ins Gewicht fällt auch, dass Holz mehrfach genutzt werden kann. So lassen sich beispielsweise alte Dachbalken zu Faserplatten weiterverarbeiten und anschliessend auch noch energetisch nutzen, indem man sie verbrennt. Eine solche Kaskadennutzung gibt es heute allerdings erst ansatzweise, weil beispielsweise das Holz von Laubbäumen grösstenteils direkt für die Energieerzeugung genutzt wird, ohne es vorher als Baumaterial zu verwenden.

Ungenutztes Potenzial

Berücksichtigt man auch die Rinde der Bäume und die Äste, werden in der Schweiz pro Jahr rund 5,5 Millionen Kubikmeter Holz geerntet. Etwa zwei Drittel der gefällten Bäume sind Nadelbäume, die vorwiegend als Bauholz genutzt werden. Bemerkenswert ist, dass das Potenzial des Rohstoffs Holz in der Schweiz bei weitem nicht ausgeschöpft wird. Zurzeit wird nur etwa zwei Drittel der Holzmenge geerntet, die man ohne Übernutzung aus unseren Wäldern gewinnen könnte. Paradox dabei ist: Obwohl das Bauen mit Holz immer beliebter wird und auch die Nachfrage nach erneuerbaren Energieträgern steigt, ist die Holzproduktion in der Schweiz in den letzten Jahren rückläufig. Dies liegt vor allem daran, dass insbesondere im Holzbau günstige Produkte aus dem Ausland eingeführt werden und dadurch die Nachfrage im Inland sinkt.

Nimmt man die Einfuhren aus dem Ausland sowie das rezyklierte Holz und das eingesammelte Altpapier hinzu, beläuft sich der gesamte jährliche Holzverbrauch in der Schweiz auf über 10 Millionen Kubikmeter. Knapp die Hälfte dieser Menge wird für die Energieerzeugung verwendet. Dabei nimmt der Anteil an Feuerungen, die mit Holzpellets oder -schnitzeln arbeiten, kontinuierlich zu. Der Rest des verwendeten Holzes verteilt sich etwa gleichmässig auf die Papier und Kartonherstellung sowie auf die Erzeugung von Produkten aus Massivholz oder Holzwerkstoffen wie beispielsweise Spanplatten.

Text: SATW / Felix Würsten
Quelle: Technoscope 2/14: Rohstoff Holz. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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