Chromosom 10: Stress

Bewegung hilft Stress abzubauen. Bild: CanStockPhoto

Manchmal ist es angebracht, davonzurennen, wenn man gestresst wird. Das hat dem Menschen das Überleben gesichert. Der Körper wird durch das Stress-Hormon Cortisol in Alarmstimmung versetzt: er mobilisiert Energie, um mit der stressigen Situation umzugehen. Unter dem Einfluss von Cortisol wird im Blut mehr Zucker transportiert und Blutdruck und Puls werden erhöht. Gleichzeitig werden weniger wichtige Körperfunktionen unterdrückt.

Cortisol wird in der Nebenniere hergestellt. Damit es soweit kommt, müssen dort eine Reihe von Genen eingeschaltet werden, wofür Signale aus dem Hirn notwendig sind. Seine vielseitige Wirkung entfaltet Cortisol dadurch, dass es indirekt zahlreiche weitere Gene zu aktivieren vermag, darunter auch solche, die zur Unterdrückung der Immunabwehr führen. Verschiedene Gene, die an dieser komplizierten Stressreaktion beteiligt sind, liegen auf Chromosom 10.

Unser Körper reagiert nicht nur auf körperlichen Stress mit der Ausschüttung von Cortisol, sondern auch bei emotionalen und psychischen Belastungen. Obwohl dem Körper signalisiert wird, dass es besser wäre, sofort wegzurennen, ist das bekanntlich nicht in jeder Situation angesagt.

In solchen Fällen muss der Stress abgebaut werden: man kann sich beispielsweise bei Sport und Spiel entspannen. Das ist sinnvoll, denn aufgestauter Stress ist nicht gesund. Cortisol beeinträchtigt unter anderem auch die weissen Blutkörperchen, die Leukozyten, die bei der Abwehr von Krankheitserregern eine wichtige Rolle spielen. Unverarbeiteter Stress kann daher auch wirklich krank machen!

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Dieser Inhalt stammt von der ehemaligen Website gene-abc.ch, die im Jahr 2016 in die Website SimplyScience.ch integriert wurde. Das Gene ABC war eine Initiative des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und wird seit 2016 von der SimplyScience Stiftung weitergeführt.