Chromosom 12: Gene steuern unsere Entwicklung

Dass aus Ei- und Samenzelle schlussendlich ein neues Lebewesen entsteht, erfordert präzise Koordination. Bild: CanStockPhoto

Was sorgt dafür, dass wir zwei Arme und an jeder Hand fünf Finger haben? Dass das richtige Organ zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort entsteht?

Die Entwicklung eines komplexen, vielzelligen Organismus aus der scheinbar einfachen befruchteten Eizelle ist einer der faszinierendsten biologischen Prozesse.

Der Bauplan für einen Organismus liegt in seinen Genen, genauer gesagt im Netzwerk zahlreicher Gene. Die Steuerung des Netzwerks erfolgt durch besondere Eiweisse, die selber natürlich auch durch Gene kodiert werden. Diese Gene spielen eine Schlüsselrolle bei der Organentwicklung und werden als Entwicklungsgene bezeichnet.

Forscher fanden heraus, dass sich beim Menschen eine ganze Menge solcher Entwicklungsgene auf Chromosom 12 befinden. Aber auch anderenorts im Genom gibt es welche. Und auch bei Tieren wurden sie entdeckt.

Besonders aufschlussreich ist es, die Entwicklungsgene verschiedener Lebewesen miteinander zu vergleichen. Die Entwicklungsgene sind beim Menschen sehr ähnlich aufgebaut und untereinander organisiert wie bei anderen Säugetieren, aber auch wie bei Fischen, Vögeln, ja sogar bei den Insekten.

Man nimmt an, dass die Entwicklungsgene auf Grund ihrer zentralen Bedeutung für die Entstehung eines Organismus von der Natur während Millionen von Jahren konserviert wurden. Was sich bewährt, bleibt im Verlauf der Evolution erhalten. Das erkennen wir unter anderem auch daran, dass die Körperbaupläne verschiedenster Organismen viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Video zum Text

Dieser Inhalt stammt von der ehemaligen Website gene-abc.ch, die im Jahr 2016 in die Website SimplyScience.ch integriert wurde. Das Gene ABC war eine Initiative des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und wird seit 2016 von der SimplyScience Stiftung weitergeführt.