Chromosom 14: Max und Myc

Manche Proteine funktionieren nur als Paar. Bild: CanStockPhoto

Im Kapitel "Welt der Gene" hast du gesehen: Wenn der Gen-Faden von den Kopierern (RNS-Polymerase) abgeschrieben ist, wandert die Kopie aus dem Zellkern hinaus. Dort wird die Gen-Kopie von den Fabriken (Ribosomen) gelesen und das Eiweiss dazu hergestellt.

Max und Myc wandern zurück in den Zellkern

Einige der fertigen Eiweisse wandern zurück in den Zellkern, zum Beispiel die Eiweisse Max und Myc. Max sucht sich immer einen Partner. Es kann sich mit einem zweiten Max zusammenschliessen, das gibt ein Max-Max-Paar. Max kann sich aber auch mit Myc zu einem Max-Myc-Paar verbinden. Schliesslich wandern sie in den Zellkern, wo sie eine wichtige Aufgabe haben.

Myc und Max sind Transkriptionsfaktoren

Als Paar können sich die Eiweisse am Gen-Faden im Zellkern festmachen. Und zwar dort, wo auf dem Gen-Faden die Buchstaben das Wort "CACGTG" bilden. Dieses Wort kommt am Anfang verschiedener Gene vor.

Durch die Anhaftung der Eiweisse wird die Häufigkeit des Kopierens des Gens (die Transkription) verstärkt oder abgeschwächt. Die andockenden Eiweisse werden daher Transkriptionsfaktoren genannt. Damit sich diese Eiweisse auf dem Gen-Faden festsetzen können, besitzen sie einen bestimmten Bau: Zwei spiralförmige Eiweissabschnitte sind über eine Kurve miteinander verbunden. Dazu kommt ein Abschnitt, bei dem einzelne Aminosäuren wie kleine Zähne herausragen. Dank dieser Zähnchen können sich Max und Myc wie ein Reissverschluss (Zipper) zu Paaren zusammenhaften. Die spiralförmigen Abschnitte legen sich in die DNS-Doppelhelix. Dadurch ist das Eiweiss-Paar am Gen-Faden festgemacht. Der ganze DNS-bindende Eiweissabschnitt von Max oder Myc heisst auf englisch passenderweise Helix-Loop-Helix-Zipper.

Max-Max blockiert den Kopierer

Kommt der Kopierer, um eine Gen-Kopie herzustellen, so trifft er auf die Eiweiss-Paare, die sich an den Gen-Faden klammern. Handelt es sich um ein Max-Max-Paar, hat der Kopierer ein Problem. Das Paar lässt den Kopierer nicht weiterarbeiten: Das Gen kann nicht kopiert werden und so wird auch das Eiweiss dazu nicht hergestellt. Das Gen ist abgestellt.

Max-Myc verleiht dem Kopierer extra Schwung

Trifft der Kopierer hingegen auf ein Myc-Max-Paar, hat er Glück gehabt. Dieses Paar gibt dem Kopierer sogar extra Schwung, dass er das Gen besser kopieren kann. So entstehen viele RNS-Kopien zum Gen.

Mit welchem Partner sich Max zusammenschliesst hängt davon ab, ob es ein Myc oder ein Max findet. Eine wachsende Zelle produziert viele Myc-Eiweisse. Dadurch steigen die Chancen, dass sich Max-Myc-Paare bilden und es werden viele Gene angestellt. So besorgt sich die Zelle den nötigen Nachschub an Eiweissen, die sie zum Wachsen braucht.

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Dieser Inhalt stammt von der ehemaligen Website gene-abc.ch, die im Jahr 2016 in die Website SimplyScience.ch integriert wurde. Das Gene ABC war eine Initiative des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und wird seit 2016 von der SimplyScience Stiftung weitergeführt.