Chromosom 19: Schlüssel und Schloss für den Blutzuckerspiegel

Nur ein Schlüssel passt ins Schloss. Bild: CanStockPhoto

Alle Zellen unseres Körpers sind von einer Zellhülle (Membran) umgeben. Aussen auf diesen Membranen befinden sich Empfangsstellen, die Rezeptoren. Diese funktionieren wie Schlüssellöcher. Die passenden Schlüssel sind körpereigene Botenstoffe, aber auch Medikamente können an Rezeptoren andocken.

Ein wichtiger Botenstoff ist das Hormon Insulin, das in den Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Wenn nach dem Essen der Blutzuckerspiegel steigt, wird das Insulin freigesetzt und schwimmt im Blut durch den Körper. Trifft es auf einen Insulinrezeptor, dockt es an. Insulin und Insulinrezeptor verhalten sich wie Schlüssel und Schloss. Wenn der Schlüssel steckt, verändert sich das Schloss und teilt dem Zellinnern mit, dass Zucker aus der Blutbahn aufgenommen werden soll.

Je nach Gewebe befinden sich auf der Zelloberfläche unterschiedlich viele Insulinrezeptoren. Die Anzahl hängt davon ab, wie oft das Gen für den Insulinrezeptor auf Chromosom 19 abgeschrieben und das Rezeptorprotein hergestellt wird. Eine Fettzelle oder eine Muskelzelle besitzen 1000 Mal mehr Insulinrezeptoren als z.B. eine rote Blutzelle. In Muskeln wird der Zucker als Brennstoff gebraucht  und in den Fettzellen als Reserve eingelagert.

Ursachen der Zuckerkrankheit

Es gibt zwei Arten von Zuckerkrankheit (Diabetes). Beim Typ I produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin. Zur Behandlung spritzen sich Diabetiker regelmässig Insulin.

Beim Typ II-Diabetes reagieren die Körperzellen nicht mehr auf das Insulin, weil zu wenig Insulinrezeptoren da sind oder die Bindung des Insulins an die Rezeptoren durch verschiedene Faktoren abgeschwächt ist. Betroffene müssen ihre Ernährung anpassen. Sonst wird ihr Blutzuckerspiegel so hoch, dass Gewebeschäden entstehen. Wichtig ist auch Bewegung. Die Forschung hat herausgefunden, dass durch Bewegungstraining die Zahl der Insulinrezeptoren auf den Zellen messbar ansteigt. Sportliche Betätigung beeinflusst also die Ableserate der Rezeptor-Gene!

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Dieser Inhalt stammt von der ehemaligen Website gene-abc.ch, die im Jahr 2016 in die Website SimplyScience.ch integriert wurde. Das Gene ABC war eine Initiative des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und wird seit 2016 von der SimplyScience Stiftung weitergeführt.