Laura hat den Motor in den Waden

Kennst du den Unterschied zwischen einem E-Bike und einem Pedelec?

Im Unterschied zum E-Roller fährt ein E-Bike ohne Tretunterstützung nicht. Bild: CanStockPhoto

Auf dem Weg hinab zum See ist Laura auf ihrem Drahtesel an Simon vorbeigesaust. Das tat gut, denn manchmal kommt sie sich mit ihrem Velo geradezu altmodisch vor. Selbst ihre Grossmutter hat ein E-Bike! Es ist ein neueres Modell und sieht mit seinem diskret im Fahrgestell integrierten Akku nicht viel anders aus als ein klassisches Velo: Rahmen, Lenker, Räder, Pedale, Kette, Bremsen, Schaltung. Aber wenn Laura auf ihrem Fahrrad in die Pedale tritt, überträgt sich nur die Muskelkraft ihrer Beine über die Kette auf das Hinterrad und setzt dieses in Bewegung: "Der Motor meines Fahrrads – das bin ich!", denkt sie und ist fast ein bisschen stolz auf sich.

Auf dem E-Bike ihrer Grossmutter hingegen übernimmt der Elektromotor, kaum werden die Pedale angetippt, sofort einen Teil der Anstrengung. Verschiedene Sensoren messen die Trittfrequenz oder die Kraft, die auf die Pedale ausgeübt wird, und ermitteln so, wie stark die Unterstützung sein muss. Über ein Display an der Lenkstange kann Lauras Grossmutter auch selber auswählen, ob und wie viel Hilfe sie durch den Elektromotor in Anspruch nehmen will. Sie selbst nennt das "die Stärke des eingebauten Rückenwinds einstellen". Hört sie auf zu treten, dann stoppt auch der Motor – ganz im Gegensatz zu Simons E-Töff, der nicht auf Tretunterstützung angewiesen ist. Streng genommen meint die Bezeichnung E-Bike darum eigentlich einen Roller wie den von Simon, während das Rad von Lauras Grossmutter ein Pedelec ist, ein "Pedal Electric Cycle".

Text: SATW / Christine D’Anna-Huber
Quelle: Technoscope 2/18: Unterwegs – Technik bewegt. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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