Wie funktioniert Tracking?

Webserver sammeln jederzeit Daten zu unseren persönlichen Vorlieben. Meist läuft dies im Verborgenen ab. Dabei werden im Browser kleine Textschnipsel – Cookies genannt – hinterlegt.

Auch dein Standort kann mittels Geolokalisation und GPS ermittelt werden. Bild: CanStockPhoto

Hast du dich schon Mal gefragt, weshalb bei der Google-Suche oder auf anderen Webseiten gerade diejenigen Dinge beworben werden, nach welchen du kürzlich gesucht hast? Wieso weiss das Internet plötzlich, dass ich eine neue Stereoanlage oder in die Ferien nach Italien will? Die Antwort ist einfach: Über die IP-Adresse ist jeder Computer und jedes Smartphone eindeutig identifizierbar. Bei einer Suchanfrage wird die eigene "Adresse" stets an denjenigen Server mitgeschickt, von dem aus unsere Anfrage beantwortet wird. Über das HTTP-Protokoll wissen die Betreiber von Webseiten, woher und von was für einem Gerät die Anfrage kommt.

Darüber hinaus sammeln Webserver jederzeit Daten zu unseren persönlichen Vorlieben. Meist läuft dies im Verborgenen ab. Dieses "Aushorchen" für Werbezwecke oder zur Überwachung nennt man Tracking. Dabei werden im Browser (zum Beispiel Firefox, Safari oder Internet Explorer) kleine Textschnipsel – Cookies genannt – hinterlegt. Über diese können Betreiber von Webseiten Daten sammeln, die Rückschlüsse zu Alter, Geschlecht, Aufenthaltsort, Wohnort, Arbeitgeber und Nationalität des Nutzers ermöglichen. Wenn der Nutzer zudem persönliche Daten von sich preisgibt, zum Beispiel bei der Anmeldung für ein Quiz, können diese nicht nur einem Computer, sondern auch einer Person zugeordnet werden. Diese Daten verkaufen die Betreiber von Webseiten später an Werbekonzerne, die daran interessiert sind, ihre Werbung perfekt auf den einzelnen Internet-Surfer anzupassen.

Cookies

Professionelle Webseiten merken sich, nach was Surfer im Internet suchen, zum Beispiel nach einem bestimmten Buch. Diese Informationen werden über kleine Informationspakete, so genannte Cookies, im Browser abgespeichert. Beim erneuten Surfen auf dieser Website holt sich der Webserver des Anbieters über die Cookies im Browser Informationen darüber, für welches Buch ich mich zuvor interessiert hatte. Deshalb erscheint dieses nun plötzlich im Werbefenster. Cookies lassen sich in den Browser-Einstellungen sperren oder löschen.

Facebook-Likes

Wer im Internet Kommentare oder Produkte "liked", der teilt Facebook mit, was er gerne mag. Zum Beispiel coole Sneakers oder bestimmte politische Haltungen. Facebook kombiniert diese Information mit den Daten aus dem eigenen Facebook-Profil und leitet daraus ab, welche Produkte und Angebote den Nutzer interessieren könnten. Dieses Wissen verkauft Facebook an Werbetreibende, die dafür sorgen, dass der Internet-Nutzer möglichst diejenige Werbung im Internet sieht, die ihn zu einem bestimmten Kauf anregt.

Apps

Viele Apps sind punkto verborgener Datenaufzeichnung besonders heimtückisch. Sie haben eigene Kommunikationskanäle und bestimmen selbst, welche Daten auf meinem Smartphone gesammelt und übermittelt werden. Indem ich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Herstellers annehme, gebe ich mein Einverständnis dazu. Da Smartphones sehr persönliche Geräte sind, können App-Anbieter darüber Zugriff auf sehr persönliche Daten kriegen. Zum Beispiel auf Nutzernamen, Adressen, Telefonnummern, Kontakte, Kalender, Alter, Geschlecht und den eigenen Standort (über Geolokalisation und GPS). "Whatsapp", eine der weltweit beliebtesten Apps, wurde von Datenschützern immer wieder kritisiert. Die Firma hat unter anderem freie Einsicht in sämtliche über die App laufende Kommunikation.

Text: SATW / Samuel Schläfli
Quelle: Technoscope 3/15: Cyber Security. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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