Mammuts hatten Spezialblut

Mammuts konnten bis zu vier Meter hoch und acht Tonnen schwer werden. Das Wollhaarmammut ist das bekannteste Tier der Eiszeit. Es war mit einem sehr dicken Fell ausgestattet, aber dieses allein hätte wohl nicht genügt um ein so grosses Tier warm zu halten. Ein weiterer, sehr ausgeklügelter Trick half den Mammuts im Kampf gegen die Kälte.

Mammut

Nicht nur ein dickes Fell half dem Mammut, die Eiszeit zu überstehen. Kälteres Spezialblut liess die Tiere im Eis überleben. (Bild: CanStockPhoto)

Das grosse, zottige Tier war während der letzten grossen Eiszeit ein Zeitgenosse der menschlichen Vorfahren. Vor rund 10’000 bis 12’000 Jahren begann das Mammut allmählich auszusterben. Forscher fanden nun heraus, dass die letzten Mammuts noch bis vor rund 3’700 Jahren in Sibirien überlebten. Trotz seines dicken Fells waren Mammuts ursprünglich aber alles andere als winterfest. Denn so wie die modernen Elefanten stammen auch die Mammuts aus dem tropischen Afrika.

Mammuts waren ursprünglich keine Kältebewohner

Vor rund einer Million Jahre wanderten die Mammuts langsam Richtung Norden, nach Europa aus. Im Lauf dieser Wanderung begaben sich die Tiere in eine viel kältere Klimazone. Wie sich die Tiere an die neue, kältere Umgebung anpassten, fanden kanadische Forscher heraus.

Die Forscher der Universität Manitoba entschlüsselten das Mammutgenom als erstes Genom eines ausgestorbenen Tieres vollständig. Beim Vergleich der DNA eines vor 43’000 Jahren gestorbenen Wollhaarmammuts mit der DNA von heute lebenden Elefanten entdeckten die Forscher etwas Erstaunliches.

Das Geheimnis der Kältetoleranz liegt im Mammutblut

Sie fanden heraus, dass das Geheimnis im roten Blutfarbstoff Hämoglobin liegt. Das Hämoglobin bindet bei Tieren und Menschen Sauerstoff und transportiert ihn in die Muskeln und zu anderen Geweben des Körpers.

Wie gut der Sauerstoff transportiert wird, hängt von der Temperatur ab. Bei normaler Körpertemperatur gibt das Hämoglobin den Sauerstoff besser wieder ab als bei tieferen Temperaturen. Ist einem kalt, verlangsamt sich also der Sauerstofftransport im Körper. Das führt dazu, dass man sich bei kalten Temperaturen kaum noch bewegen kann.

Mammuts hatten spezielles Hämoglobin

Das Erbgut von Elefant und Mammut ist sehr ähnlich. Aber es unterscheidet sich klar in den Genen, die für die Produktion des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin zuständig sind. Das Mammuthämoglobin bindet den Blutsauerstoff viel weniger stark als normales Elefantenhämoglobin. Damit gibt das Mammuthämoglobin den Sauerstoff bei tiefen Temperaturen gut ins Gewebe ab.

Der Sauerstofftransport im Körper des Mammuts funktionierte also auch bei einer tieferen Körpertemperatur als 37°C. Dadurch verbrauchte das Mammut weniger Energie für seine Körperheizung. Das Spezialblut des Mammuts ermöglichte so wahrscheinlich sein erfolgreiches Überleben im eiszeitlichen Europa und Nordamerika.

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