Von der Eis- bis zur Salzwüste: Welche Wüstenarten gibt es?

Gut ein Fünftel der Landoberfläche der Erde ist von Wüsten bedeckt. Beim Begriff "Wüste" denkt man zuerst sicherlich an Trockenwüsten wie die Sahara. Man denkt an Hitze und Sand. Die anderen Wüstenarten gehen schnell vergessen, obwohl sie nicht weniger faszinierend sind.

Salzwüste in Bolivien

Auch Salzwüsten wie der Salar de Uyuni in Bolivien gehören zu den verschiedenen Wüstenarten.
Bild: Luca Galuzzi/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Was ist eine Wüste?

Ein Gebiet wird als Wüste bezeichnet, wenn es gewisse Eigenschaften erfüllt: In einer Wüste sind maximal 5 % der Landoberfläche mit Vegetation bedeckt. Ein zweites gemeinsames Merkmal aller Wüsten ist der geringe Niederschlag. Hier fallen pro Jahr weniger als 250 mm Niederschlag. Dies ist ein Grund, weshalb Wüsten zu den lebensfeindlichsten Gebieten der Erde zählen. Die genannten Eigenschaften treffen auf verschiedene Landschaften zu. Eine häufige und wichtige Einteilung der Wüsten erfolgt anhand der Beschaffenheit ihrer Oberflächen.

Eiswüste am Nordpol

Auch die Eiswüsten der Polarregionen zählen zu den Wüsten. Bild: CanStockPhoto

Eiswüsten

Eiswüsten gibt es vor allem in den Polarregionen und in einigen Hochgebirgen, zum Beispiel in den Anden in Südamerika und im Himalaya. Neben den geringen Niederschlägen erschweren hier weitere klimatische Extremwerte das Pflanzenwachstum. Der Boden ist das ganze Jahr gefroren (Permafrostboden), mehr als die Hälfte des Jahres liegt Schnee und die Sonneneinstrahlung ist sehr gering. Auch die Jahresdurchschnittstemperatur, die in Eiswüsten meist weit unter 0 °C liegt, trägt dazu bei, dass die Vegetationsperiode sehr kurz ist.

Wenn du mehr über gefrorene Böden erfahren möchtest, schau dir den Artikel „Was ist Permafrost?“ an.

Salzwüsten

Salzwüsten entstehen in flachen Tälern und in Gegenden mit hoher Verdunstung. Was während der Regenzeit ein seichter Salzsee ist, wird in der trockenen Jahreszeit zu einer sogenannten Salztonebene. Die Salzdecke kann bis zu 30 m dick werden (z. B. im „Salar de Uyuni“ in Bolivien) und der hohe Salzgehalt des Bodens verhindert nahezu jegliches Pflanzenwachstum.

Stein-/Felswüste auf Boa Vista

Stein-/Felswüsten, wie hier auf der Kapverdischen Insel Boa Vista, sind nur schwer zu passieren.
Bild: Ingo Wölbern/Wikimedia Commons

Stein- oder Felswüsten

Die Oberfläche von Steinwüsten ist mit kantigem Geröll übersät. Die Gesteinsbrocken sind das Ergebnis der Verwitterung. Temperaturunterschiede, Niederschläge und Wind haben im Laufe von Millionen Jahren grosse Felsen in kleinere Gesteinsbrocken zerlegt. Steinwüsten sind sehr verbreitet. Beispielsweise besteht die Sahara zu 70 % aus dieser Wüstenart. Die Geröllfelder sind selbst mit Motorfahrzeugen und Kamelen nur schwer passierbar.

Kieswüsten

Kieswüsten entstehen durch die weitere Verwitterung von Stein- oder Felswüsten. Kieswüsten sind jedoch relativ einfach zu durchqueren. Die Oberfläche dieser Wüstenart ist hauptsächlich mit Kieselsteinen bedeckt.

Sandwüste in Sahara

Eine klassische Sanddünenlandschaft in der Sahara (Algerien). Bild: CanStockPhoto

Sandwüsten

Gibt man der Verwitterung noch mehr Zeit, entsteht aus der Kies- eine Sandwüste. Das vorherrschende Oberflächenmaterial hier ist Sand (siehe Box weiter unten). Ein bekanntes Merkmal von Sandwüsten sind Dünen. In Abwesenheit von Wasser und einer festigenden Pflanzendecke weht der Wind hier den Sand zu oft sehr eindrücklichen Erhebungen.

Schotterflur auf Island

Schotterflure, wie hier auf Island, können nur sehr wenig Wasser speichern. Diese Gebiete zählen zu den edaphischen Wüsten. Bild: CanStockPhoto

Noch mehr Wüstenarten!

Neben der Oberflächenbeschaffenheit gibt es weitere Kriterien, anhand derer sich Wüstenarten unterscheiden lassen. Eine Möglichkeit ist die Entstehungsweise, so dass man dann über Trocken-, Kälte- und Windwüsten spricht.
Zudem gibt es Wüstenarten, die die wichtigsten Wüstenmerkmale gar nicht aufweisen, aber trotzdem als solche bezeichnet werden. So nennt man die Übergangszonen am Rand von richtigen Wüsten Halbwüsten, obwohl hier bereits "zu viel" Niederschlag fällt.
Auch in sogenannten edaphischen („bodenbedingten“) Wüsten ist es weniger trocken als in klassischen Wüsten, aber der Boden kann das Wasser nicht speichern, weshalb auch hier die Vegetation nur spärlich ist.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass sich hinter dem Begriff "Wüste" eine sehr viel abwechslungsreichere Welt verbirgt, als man im ersten Moment annimmt.

Vulkansand auf Island

Sand ist nicht gleich Sand, wie dieser schwarze Strand mit Vulkansand auf Island beweist.
Bild: CanStockPhoto

Sand

... ist das Gestein des Jahres 2016.

Sand entsteht durch die Verwitterung anderer Gesteine und gehört zu den Lockergesteinen. Seine Körner sind zwischen 0.063 und 2 mm gross und können von verschiedenen Mineralien stammen. Quarzsand ist sehr häufig, es gibt aber auch Sand, der durch die Verwitterung von Muscheln, Korallen oder Vulkangestein entsteht. Sand wird in vielen verschiedenen Feldern gebraucht: im Baugewerbe bei der Herstellung von Beton, im Hochwasserschutz beim Einsatz von Sandsäcken oder bei der Wasseraufbereitung in Form von Sandfiltern. Und nicht zu vergessen: Der Bau von Sandburgen trägt viel zum Reiz von Strandferien bei!

Durchschnittliche Bewertung:
  •  
(0 Bewertungen)

Was sagst Du dazu?

Dieser Artikel hat noch keine Kommentare erhalten.