Tiere & Pflanzen

Der Clownfisch – ein kleiner Fisch kommt ganz gross raus

Clownfisch und Anemone

Clownfisch in einer Anemone im Indonesischen Ozean. Bild: CanStockPhoto

Jeder kennt ihn, den kleinen Clownfisch namens Nemo. Im Film „Findet Nemo“ wächst der kleine Fisch in der Obhut seines Vaters Marlin auf. Sie wohnen gemeinsam in einer Anemone in einem Korallenriff. Dort hat Nemo viele Freunde, mit denen er zur Schule geht und Abenteuer erlebt. Doch sind Clownfische wirklich mit anderen Fischarten befreundet? Gehen echte Clownfische in die Schule? Und wie unterhalten sie sich?

Anemonenfische – so bunt wie ein Clown

Rotmeer-Anemonenfisch

Nicht alle Anemonenfische sind orange! Zu den Anemonenfischen gehören auch Arten wie dieser Rotmeer-Anemonenfisch in einer Blasenanemone ... (Bild: Albert Kok/Wikimedia Commons, CC-Lizenz)

Anemonenfische werden wegen ihrer leuchtend bunten Farben auch Clownfische genannt. Es gibt viele verschiedene Arten von Clownfischen und es gibt sie in den Farben rot, orange, gelb oder braun. Die meisten denken bei Clownfischen wohl an den kleinen Filmstar Nemo, der in Wirklichkeit „Orangeringel-Anemonenfisch“ oder „Falscher Clownfisch“ genannt wird. Der Name Orangeringel-Anemonenfisch beschreibt sein Aussehen wohl am besten. Denn seine Grundfarbe ist orange-rot, und zusätzlich hat er noch drei breite weisse Streifen.

Der Clownfisch und die Anemone helfen sich gegenseitig

Clarks Anemonenfisch

... Clarks Anemonenfisch, der nicht nur mit einer Anemonenart, sondern mit vielen verschiedenen zusammenleben kann ... (Bild: Ben Lancaster/Wikimedia Commons, CC-Lizenz)

Ausgewachsene Clownfische werden ungefähr acht Zentimeter gross und können nicht besonders schnell schwimmen. Daher leben Clownfische in einer Anemone, welche sie vor Fressfeinden schützt. Anemonen sehen ein bisschen aus wie Blumen, sind aber in Wirklichkeit Tiere. Deswegen werden sie auch Blumentiere genannt. Sie haben lange Tentakel mit Nesselzellen, die bei Berührung giftige Nesselschläuche ausschleudern – ganz ähnlich wie Quallen. Wenn sich ein Clownfisch also zwischen den Tentakeln der Anemone versteckt, wird er durch sie vor Feinden geschützt.

Doch wie ist es möglich, dass der Clownfische selbst nicht von dem Nesselgift betäubt wird? Clownfische bedecken sich mit einem Schleim, der von der Anemone abgegeben wird. So kann die Anemone den Clownfisch nicht erkennen und er ist vor einem Angriff geschützt.

Auch die Anemone hat einen Vorteil davon, wenn sie zusammen mit einem Clownfisch lebt. Der Clownfisch schützt sie nämlich vor Fressfeinden und Parasiten. Clownfische und Anemonen leben also in einer Symbiose.

Das Familienleben der Clownfische

Das Zuhause der Clownfische ist die Anemone. In der Anemone lebt ein Weibchen mit mehreren Männchen zusammen, das Weibchen ist etwas grösser und stärker als die Männchen. Die Eier der Clownfische werden auf einem flachen Untergrund in der Nähe der Anemone abgelegt. Insgesamt werden ungefähr 250 Eier gelegt. Nach der Eiablage kümmert sich das Männchen um die Eier, säubert sie und wedelt ihnen frisches Wasser mit den Flossen zu. Die jungen Clownfische schlüpfen ungefähr sechs bis zehn Tage nach der Eiablage.

Gehen Clownfische auf Reisen?

Halsband-Anemonenfisch

... oder der Halsband-Anemonenfisch (Bild: Richard Ling/Wikimedia Commons, CC-Lizenz)

Wenn Clownfische aus ihren Eiern schlüpfen, sind sie noch winzig klein und keine guten Schwimmer. Sie werden deshalb zunächst mit der Meeresströmung aufs offene Meer hinaus getrieben, in einigen Fällen mehrere hundert Kilometer weit. Doch das offene Meer ist für die jungen Clownfische sehr gefährlich, da sie dort ungeschützt sind und leicht von Feinden gefressen werden können. Innerhalb von ein paar Tagen müssen sie wieder ein Riff und eine Anemone finden, die ihnen Schutz bietet. Sobald ein Clownfisch eine Anemone gefunden hat, bleibt er immer ganz nah bei ihr oder versteckt sich in ihr, um nicht gefressen zu werden. Von da an reist ein Clownfisch lieber nicht mehr „zum Spass“ aufs offene Meer ...

Fische lernen von ihren Artgenossen

Viele Verhaltensweisen von Fischen sind angeboren. So wissen sie zum Beispiel automatisch, wie sie ihre Flossen bewegen müssen, um zu schwimmen. Andere Dinge müssen sie aber erst lernen: zum Beispiel, wie sie sich gegenüber Feinden verhalten sollen oder wo sie am besten nach Nahrung suchen. Clownfische gehen aber nicht mit anderen Fischarten in eine Schule, sondern lernen von ihren Artverwandten. Clownfische lernen also von Clownfischen und Rochen von Rochen.

Dennoch gibt es sogenannte „Fischschulen“. Fischschulen sind aber keine Schulen mit Lehrern und Schulunterricht, sondern grosse Gruppen von Fischen. In dieser Gruppe gehen sie gemeinsam auf Nahrungssuche und schützen sich somit vor Angreifern.

Clownfische sprechen ihre eigene Sprache

Fische können zwar nicht sprechen wie Menschen, haben aber trotzdem ihre eigene Sprache, mit der sich austauschen können. So machen Clownfische verschiedene Zirp- und Knackgeräusche, die sich wie eine knarrende Tür anhören. Sie erzeugen diese Geräusche, indem sie ihre Kiefer bewegen oder mit ihren Zähnen aufeinander reiben. Clownfische machen solche Geräusche zum Beispiel, wenn sie nach einem Partner suchen oder ihr Revier verteidigen möchten. Die Geräusche können nur von Clownfischen erzeugt werden und auch nur von anderen Clownfischen verstanden werden. Es wäre zwar sicherlich interessant, wenn ein Palettendoktorfisch (wie Dorie aus dem Film) Walisch sprechen könnten, aber in Wirklichkeit geht das leider nicht ...

Erstellt: 11.06.2014

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