Tiere & Pflanzen

Mutationen: eine Grundlage für die Vielfalt des Lebens

Weisses Jungtier in einer Kolonie von Ohrenrobben

Mutationen in der DNA eines Tieres können wie bei dieser jungen Ohrenrobbe dazu führen, dass das Fell keine Farb-Pigmente enthält. Bild: Anton - stock.adobe.com

Wie ein Lebewesen aussieht, bestimmt zum grossen Teil seine DNA. Sie ist der „Bauplan“ für das Lebewesen und wird von den Eltern an die Kinder weitergegeben. Doch was geschieht, wenn dabei Schreibfehler auftreten oder sich DNA aus anderen Gründen verändert?

Die Zellen jedes Lebewesens enthalten DNA, welche die Information für seinen Aufbau und seine Körperfunktionen trägt. Du kannst dir DNA als einen sehr, sehr langen Strang von Buchstaben vorstellen – sozusagen ein ganzes Buch. Wie in einem Buch bilden auch die Buchstaben der DNA „Wörter“: Man nennt sie „Gene“. Auch die Samen- und Eizellen von Tieren und Pflanzen enthalten DNA. Wenn sie bei der Befruchtung miteinander verschmelzen, werden die Gene der Eltern neu zusammengemischt. Die Nachkommen erben also einige Merkmale und Eigenschaften von der Mutter und andere vom Vater.

Wie entstehen Mutationen?

Im Körper teilen sich andauernd Zellen, damit beschädigte Strukturen ersetzt werden können und Wachstum möglich ist. Dabei wird jedes Mal DNA kopiert. Dies geschieht nicht immer fehlerfrei: Es können dabei kleine (und manchmal auch grössere) Veränderungen in den Genen auftreten. Häufig bemerkt die Zelle den Fehler und repariert ihn, aber manchmal bleibt er auch bestehen. Man nennt dies eine Mutation. Mutationen in der DNA können auch durch Umwelteinflüsse ausgelöst werden, zum Beispiel durch bestimmte giftige Substanzen in Rauch, durch UV- oder Röntgenstrahlen.

Fehler im Text: unwichtig, tödlich oder vorteilhaft?

Text mit rot korrigierten Schreibfehlern

Nicht jede Mutation hat sichtbare Folgen für das Lebewesen. Andere jedoch verursachen Krankheiten: Zum Beispiel kann Krebs entstehen, wenn sich aufgrund einer Mutation Körperzellen unkontrolliert teilen und einen Tumor bilden.

Nur wenn eine Mutation in einer Samen- oder Eizelle auftritt, wird sie an die Nachkommen weitergegeben. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer genetischen Krankheit, also einer Krankheit, die vererbt wird. Mutationen müssen aber keineswegs negativ sein. Sie führen dazu, dass neue Varianten von Genen auftreten, die einem Lebewesen unter gewissen Umständen sogar einen Vorteil verschaffen können.

Variation ist die Grundlage der Evolution

Die Tatsache, dass spontane Veränderungen im Erbgut entstehen, ist also ein wichtiger Mechanismus der Evolution! Mutationen erhalten die genetische Vielfalt, weil sie dazu führen, dass nicht alle Tiere und Pflanzen der gleichen Art auch wirklich ganz genau gleich sind. Es entsteht Variation innerhalb einer Art oder Population. Diese Variation bildet die Grundlage für evolutionäre Veränderungen. Eine neu auftretende Fellfarbe bei einer Tierart kann in gewissen Umgebungen für bessere Tarnung sorgen und daher vorteilhaft sein; eine veränderte Schnabelform bei einer Vogel-Population kann das Nahrungsangebot erweitern, weil so auch versteckte Käfer erreicht werden; grössere Ohren könnten einem Wüsten-Tier dabei helfen, mehr Körperwärme abzugeben und nicht zu überhitzen.

Wird ein Lebewesen durch eine Mutation erfolgreicher als seine Artgenossen, hat es bessere Überlebenschancen und produziert mehr Nachkommen. Durch das Vererben positiver Mutationen an die Nachkommen entstehen besser angepasste Populationen – oder sogar neue Arten.

Erstellt: 21.11.2023
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