Erde & Umwelt

Warm und kalt: Was ist eigentlich Temperatur?

Eiszapfen

Im Winter liegen die Temperaturen oft unter 0°C – also unterhalb des Gefrierpunkts von Wasser. Bild: CanStockPhoto

Hast du dich schon einmal gefragt, warum eine Tasse Tee sich „heiss“ anfühlt, Eis dagegen „eiskalt“? Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler erklären Temperatur mit einem Modell von kleinsten Teilchen in Bewegung.

Die Stoffe, aus denen wir und unsere Umwelt bestehen, sind alle aus winzig kleinen Teilchen zusammengesetzt. Von blossem Auge kann man sie nicht sehen. Die Teilchen in einem Stoff wie Wasser sind ständig in Bewegung. Auch in einem festen Stoff wie Metall oder sogar Stein sind sie nicht vollkommen starr, sondern vibrieren oder schwingen ganz wenig hin und her.

Viel innere Bewegung = hohe Temperatur 

Diese Bewegung ist das, was wir als Temperatur wahrnehmen. Je heftiger sich die Teilchen eines Stoffes bewegen, desto höher ist seine Temperatur. Am Beispiel des Wasserdampfs kannst du das gut sehen: Beim Erhitzen von Wasser fängt die Flüssigkeit an zu blubbern, bis sich ihre Teilchen so schnell bewegen, dass sie den Zusammenhalt verlieren und als Wasserdampf aufsteigen. Da die Luft über der kochenden Flüssigkeit kühler ist, kondensiert der Dampf rasch wieder und bildet kleine Wolken aus winzigen Tröpfchen.

Temperatur kann man messen

Thermometer im Schnee

Auf einem Thermometer findet man häufig die Celsius- und die Fahrenheit-Skala. Der Gefrierpunkt von Wasser liegt bei 0°C (linke Skala). Das entspricht 32°F (rechte Skala). Bild: CanStockPhoto

Die Teilchen einer Flüssigkeit brauchen also mehr Platz, wenn es wärmer wird – und sie rücken näher zusammen, wenn es kälter wird. Auf dieser Tatsache beruht die Temperaturanzeige eines nicht-digitalen Thermometers: Der blaue oder rote Strich, der die Temperatur anzeigt, ist eine farbige Flüssigkeit in einem sehr dünnen Röhrchen. Je nach Temperatur dehnt sie sich aus oder zieht sich zusammen, und der Strich wird länger oder kürzer.

In der Schweiz verwenden wir als Einheit für die Temperatur die Celsius-Skala. Wenn wir sagen, es ist „20 Grad warm“, meinen wir damit 20 Grad Celsius, abgekürzt 20 °C. Diese Skala nimmt Bezug auf das Wasser: Die Gefriertemperatur von Wasser wird als 0°C definiert, die Siedetemperatur als 100°C. Der Bereich zwischen dem Gefrier- und Siedepunkt wird gleichmässig in 100 Grade eingeteilt (ähnlich wie ein Meter in 100 Zentimeter unterteilt wird).

In einem Flüssigkeitsthermometer mit °C-Anzeige befindet sich deshalb nicht Wasser, sondern eine Flüssigkeit mit einem Gefrierpunkt deutlich unter 0 °C. So lassen sich damit auch Minustemperaturen anzeigen, und man kann das Thermometer zum Beispiel auch verwenden, um im Winter draussen die Temperatur zu messen.

Schon gewusst?

Nicht überall misst man Temperatur in Grad Celsius. In den USA gibt man die Temperatur in Fahrenheit (°F) an. Auf der Fahrenheit-Skala liegt der Gefrierpunkt von Wasser (0 °C) bei 32°F, die Körpertemperatur des Menschen (37 °C) bei 96 °F. Die Temperaturen lassen sich also im Kopf nicht so einfach von der einen in die andere Einheit umrechnen. Viele Thermometer haben deshalb zwei Skalen nebeneinander, eine für °C und eine für °F.

In der Physik verwendet man die Kelvin-Skala. Sie beginnt beim sogenannten „absoluten Nullpunkt“: Das ist die Temperatur, an dem sich die Teilchen überhaupt nicht mehr bewegen. Der absolute Nullpunkt, also 0 Kelvin, liegt bei –273.15 °C. Diese Temperatur kann aber nur berechnet werden, nicht gemessen, denn es ist auf der Erde noch nie gelungen, einen Stoff bis auf diese Temperatur abzukühlen.

Erstellt: 23.01.2026
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