Pannen auf dem Weg ins All

Einmal ins Weltall fliegen und die Erde von oben sehen können … Dieser Traum ging für die Menschheit im 20. Jahrhundert in Erfüllung – wenn auch nur ganz wenige Astronauten tatsächlich für eine solche Mission ausgewählt werden. Weniger bewusst ist uns, wie viele kleine, aber auch dramatische Rückschläge in der Raumfahrt immer wieder in Kauf genommen werden müssen.

Das Space Shuttle "Atlantis"

Das Space Shuttle "Atlantis" hebt am 16. November 2009 von der Basis der NASA in Cape Canaveral (Florida) ab. Bild: Jose Antonio Perez/Shutterstock.com

Keine Technik ist unfehlbar, und in der Raumfahrt sind Pannen mehr als ärgerlich: Wenn etwa eine Rakete fehlzündet, ein Satellit abstürzt oder „verlorengeht“ (wie die Mars-Sonde Phobos-Grunt im November 2011), kostet das Millionen und verzögert lang geplante Forschungsreisen ins All.

Am tragischsten ist, wenn eine gescheiterte Mission Menschenleben kostet. In der Zeit des „Kalten Krieges“ wurden solche tödlichen Unfälle jedoch vor allem in der damaligen Sowjetunion vertuscht. Im Gedächtnis geblieben sind deshalb vor allem Unglücksfälle der amerikanischen Raumfahrt, wie die folgenden drei dramatischen Vorfälle.

Wer hat nicht schon einmal von „Apollo 13“ gehört?

Ausgerechnet der Kinofilm von 1995 mit Tom Hanks über die fehlgeschlagene Mission Apollo 13 wurde zum bekanntesten Film über die NASA. Bei dieser bemannten Mission zum Mond wollte man im Jahr 1970 viele Fotos schiessen, Gestein mitnehmen und möglichst viel über den Mond herausfinden. Der Start verlief gut, bis die Rakete nach fast 56 Stunden über 300’000 Kilometer von der Erde entfernt war. Da explodierte plötzlich ein Sauerstofftank. Die Meldung, die von der Besatzung an das Kontrollzentrum in Houston (Texas) gefunkt wurde, ist weltberühmt: „Houston, wir hatten gerade ein Problem.“

Strom-, Licht- und Wasserversorgung brachen zusammen, und die Mission musste vor der Landung auf dem Mond abgebrochen werden. Die Temperatur sank auf 0°C und die Crew bangte um ihr Leben, bis die gewendete Raumkapsel nach etwa vier Tagen Pazifik sank. Dort wurde die Crew unverletzt von der Marine gerettet.

Das Challenger-Unglück: Ein tödlicher Dichtungsring

Weniger Glück hatte die Mannschaft der Raumfähre Challenger. Ihr Flug am 28. Januar 1986 dauerte nur 73 Sekunden. Die Challenger war mit dem Ziel gestartet, einen Satelliten auszusetzen und den Kometen Halley zu beobachten. Kurz nach dem Start, in ca. 14 Kilometer Höhe (das ist etwas mehr als die Reiseflughöhe eines Verkehrsflugzeugs), explodierte jedoch die gesamte Raumfähre in der Luft. Die Kapsel, in welcher sich die siebenköpfige Crew befand, schlug Minuten nach der Explosion auf dem Atlantik auf – es gab keine Chance zu überleben.

Video: Start der Challenger
Start der Challenger

 

Es stellte sich heraus, dass die an den Raketen verwendeten Dichtungsringe in der Kälte spröde geworden waren und beim Start versagt hatten. Fatalerweise verschob man den Start nicht, obwohl die Ingenieure vor diesem Problem gewarnt hatten. Unmittelbar nach dem Start stellte man fest, dass Rauch aus der Seite einer Rakete entwich. Auf den ersten paar Kilometern des Fluges wurden die Raketen dann so stark beschädigt, dass sie aufrissen und eine grosse Menge Wasserstoff und Sauerstoff freigaben. Diese Gase entzündeten sich (Knallgasreaktion) und führten zur Explosion.

Keine Landung für die Columbia

Die Raumfähre Columbia hatte einen zweiwöchigen Flug hinter sich, als sie 1. Februar 2003 wieder in die Atmosphäre eintrat und zur Landung ansetzte. So weit kam es nicht: Nur eine Viertelstunde vor der Landung brach sie in etwa 60 Kilometer Höhe über Texas auseinander. Teile der Raumfähre verglühten, andere fielen als Trümmer zur Erde; für die siebenköpfige Crew gab es keine Rettung.

Aufwendige Untersuchungen kamen zum Schluss, dass die Tragödie bereits beim Start begonnen hatte: Ein abgebrochenes Stück Isoliermaterial hatte den linken Flügel beschädigt. Während dem Raumflug der Columbia blieb dieser Schaden unbemerkt. Doch wenn eine Raumfähre zur Erde zurückkehrt, wird sie durch die hohe Geschwindigkeit und die Reibung in der Atmosphäre glühend heiss. Das Loch im Hitzeschutz der Columbia, durch das nun die heissen Gase in den Flügel eindrangen, zeigte erst jetzt seine fatalen Auswirkungen.

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