Palladium (Pd)

Palladium ist, wie Platin, ein sehr seltenes und kostbares Metall. Es ist resistent gegen Säuren und Basen und kommt in der Natur in Minen in gediegener, also elementarer Form vor.

Palladiumspäne

Palladiumspäne in einer Grösse von 1–2 mm. Bild: Images of Chemical Elements, CC-Lizenz

Das Metall Palladium wurde 1803 von William Hyde Wollaston entdeckt und nach dem Asteroiden Pallas benannt, der zur gleichen Zeit entdeckt wurde. Palladium ist ein weiches und geschmeidiges Metall wie Gold.

Weissgoldring

Weissgold ist eine Legierung von Gold mit "weissen" oder "grauen" Metallen wie Palladium. Bild: Daniel M. Nagy/Shutterstock.com

In Legierung mit Gold und Silber wird Palladium für Schmuck und Uhren verwendet wie bei diesem Weissgoldring. Früher kam es auch für Zahnprothesen zum Einsatz.

Wird Palladium zur Rotglut erhitzt, oxidiert es und bildet Palladiumoxid (PdO). Erhitzt man es noch weiter auf etwa 800°C, zerfällt die Oxidschicht wieder. Das zurückbleibende metallische Palladium hat die interessante Eigenschaft, Wasserstoff (H2) zu speichern und wie ein Schwamm aufzusaugen. Unter Normaldruck kann ein Stück Palladium das 900-fache seines eigenen Volumens an Wasserstoff aufnehmen und speichern. Man baut grosse Hoffnungen auf diese Eigenschaft, da Wasserstoff als Energieträger der Zukunft gehandelt wird und dereinst möglicherweise grosse Mengen davon gespeichert werden müssen.

Abgasreinigung – nicht möglich ohne Katalysatoren

Palladium ist aber für industrielle Zwecke bereits heute ein äusserst wichtiges Metall. Als sogenannter Hydrierkatalysator reduziert Palladium organische Verbindungen, ermöglicht es also zum Beispiel, ungesättigte Kohlenwasserstoffe aus dem Erdöl zu gesättigten Kohlenwasserstoffen umzusetzen, die für die Weiterverarbeitung zu Benzin benötigt werden. Die Autoindustrie setzt Palladium in Abgaskatalysatoren ein, um giftige Abgase wie Kohlenstoffmonoxid (CO) und Stickoxide (NOx) in ungefährliche Gase wie Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasserdampf (H2O) und Stickstoff (N2) umzuwandeln.

Im Jahr 2010 wurde drei Forschern der Nobelpreis verliehen für Palladium-katalysierte Kreuzkupplungsreaktionen. Dabei können verschiedenste organische Fragmente miteinander gekoppelt werden, was die Möglichkeiten für die Synthese komplexer Moleküle enorm erweitert.

Palladium kann zu ultradünnen Folien von weniger als einem Mikrometer Dicke ausgewalzt werden. Mit diesen Folien können andere Metalle überzogen und gegen Oxidation geschützt werden.

Quelle: Maurice Cosandey / Redaktion SimplyScience.ch

Durchschnittliche Bewertung:
  •  
(0 Bewertungen)

Was sagst Du dazu?

Dieser Artikel hat noch keine Kommentare erhalten.