Silber (Ag)

In der Umgangssprache ist Silber, ähnlich wie auch Gold, ein Synonym für Reichtum. Denn in vergangenen Jahrhunderten wurde nicht nur Schmuck, sondern auch Münzgeld aus Silber gefertigt.

Nicht nur zur Herstellung von Schmuck wird Silber benutzt

Nicht nur zur Herstellung von Schmuck wird Silber benutzt. Bild: eclypse78/Shutterstock

Seit der Antike wurden Münzen aus Silber (oder Gold) gefertigt, normalerweise in Legierung mit einem unedleren Metall wie Kupfer, das die Münze härter machte. Im Lauf des 20. Jahrhunderts verloren Edelmetallmünzen jedoch immer mehr an Bedeutung. Nach den Weltkriegen kam es mehrfach zu Umwälzungen in den Währungssystemen sowie Inflation in vielen Ländern. Ausserdem sind Silbermünzen nicht automatensicher (Münzen müssen bestimmte Materialeigenschaften aufweisen, damit man Münzautomaten so einrichten kann, dass sie nur die vorgesehenen Münzen akzeptieren). Dies führte dazu, dass seit etwa 1970 in allen Staaten nur noch Banknoten sowie Münzen aus Kupfer-Nickel-Legierungen in Umlauf sind, deren Wert von den Behörden festgelegt wird.

Das erste Foto der Welt

Dieses Foto gilt allgemein als erstes der Welt. Es wurde 1826 von Joseph Nicéphore Niépce in Saint-Loup-de-Varennes aufgenommen. Wegen der 8-stündigen Belichtungszeit erscheinen die Gebäude sowohl rechter- als auch linkerhand sonnenbeschienen. Bild: Wikimedia Commons

Ohne Silber kein Foto

Aber Silber ist nicht nur ein wertvoller Rohstoff für Münzen und Schmuck. Eine besondere Eigenschaft von Silberverbindungen machte die Entwicklung der Fotografie möglich. Dazu arbeitete man mit Fotopapier, das mit Silberbromid beschichtet war, einem leicht gelblichen Pulver. Dieses verfärbt sich schwarz, sobald es – wenn auch nur ganz kurz – dem Licht ausgesetzt ist. Dabei zersetzt sich nämlich die Silberverbindung, und es entsteht fein verteiltes elementares Silber, das schwarz erscheint. Heutzutage wird dieses Verfahren allerdings nicht mehr oft eingesetzt, denn im Alltag fotografieren wir nur noch digital.

Silber in der Brille

Silbersalze eignen sich auch, um sogenannte fotochromatische Gläser herzustellen. Glas besteht aus Silikaten. Lagert man Silberhalogenide ins Glas ein, bekommt es besondere Eigenschaften: Aus diesem Glas gefertigte Brillengläser werden an der Sonne erst dunkel und dann undurchsichtig. Geschützt vor der Sonne verliert das Glas seine Färbung jedoch wieder.

Dieser Prozess beruht auf ganz ähnlichen chemischen Vorgängen, wie sie im Fotopapier stattfinden: Strahlt UV-Licht auf die Silberionen in den Halogenverbindungen, wandeln sie sich in elementares, schwarz erscheinendes Silber um. Da alle Bestandteile der Verbindung im Glas eingeschlossen bleiben, ist dieser Prozess umkehrbar; in der Dunkelheit gibt das Silber Elektronen ab, und die durchsichtigen Halogenverbindungen bilden sich wieder.

Solche fotochromatischen Gläser werden bereits seit den 1960er-Jahren hergestellt. In modernen Sportbrillen aus Kunststoff setzt man anstelle von Silbersalzen jedoch andere UV-sensitive Verbindungen ein, die denselben Effekt zeigen.

Silber in den Socken

Elementares Silber findet heutzutage noch andere Anwendungen: als Nanopartikel in Textilien. Fein verteilte Silber-Nanopartikel wirken nämlich bakterizid – sie töten Bakterien ab. Textilien mit eingearbeitetem Nano-Silber können für Unterwäsche oder Sportbekleidung verwendet werden.

Wegen seiner hohen elektrischen Leitfähigkeit, seiner optischen Reflexionsfähigkeit und hohen Wärmeleitfähigkeit hat Silber viele Anwendungen in Technik und Elektronik. Ausserdem ist es nach wie vor von grosser Bedeutung bei der Herstellung von Wertgegenständen wie Schmuck und Medaillen.

Quelle: Maurice Cosandey / Redaktion SimplyScience.ch

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