Tiere & Pflanzen

Ohne auszurutschen über Stock und Stein: Mensch und Tier in unwegsamem Gelände

Junge Steinböcke

Junge Steinböcke auf einer Felskante. Bild: CanStockPhoto

Tiere und Menschen, die in den Bergen zu Hause sind, müssen sich an die verschiedenen Herausforderungen des Geländes anpassen. So erwarten sie dort Geröll, steile Hänge und scharfkantige Felsen. Zusätzlich erschweren im Winter Schnee und Eis das Fortkommen. Doch es gibt verschiedenste Strategien, sich in der alpinen Landschaft sicher fortzubewegen.

Hufe, Füsse und Pfoten der Tiere sind perfekt an das alpine Gelände angepasst

Die Hufe der Steinböcke haben aussen einen harten Rand und innen weiche, haftende Ballen. Diese Kombination ermöglicht auch im steilsten Gelände einen guten Halt. Zudem kann der Steinbock aus dem Stand mehrere Meter hoch und weit springen, so dass er Felskanten oder -spalten in einem Sprung meistern kann.

Kuh auf einer Alpweide

Eine Kuh in den Alpen mit ihren paarigen Hufen. Bild: CanStockPhoto

An den steilen Hängen der Bergwiesen halten sich in den Sommermonaten auch Kühe zum Weiden auf. Sie müssen festen Halt in den zum Teil matschigen und feuchten Weidegebieten finden. Kühe gehören (wie die Steinböcke) zu den Paarhufern, stehen also sozusagen auf zwei Zehen. Mit diesen beiden Zehen können sie in den weichen, lockeren Untergrund etwas einsinken, um nicht wegzurutschen. Zugleich verhindern die gespreizten Zehen ein zu tiefes Einsinken in den Boden. Gämsen, Rotwild und Rehe gehören ebenfalls zu den Paarhufern.

Alpensalamander

Ein Alpensalamander. Bild: CanStockPhoto

Feuchte Laubmischwälder und Gebirgswiesen ab einer Höhe von ca. 1000 Metern sind auch der bevorzugte Lebensraum des Alpensalamanders. Er ist schwarz gefärbt und das Hautsekret, das er absondert, hält seine Hautoberfläche immer etwas feucht. Die Feuchtigkeitsschicht ermöglicht es ihm, sich an glatten und steilen Felswänden festzuhalten und sich so an ihnen fortzubewegen. Das Prinzip dieser Haftung kann man mit zwei aneinanderliegenden Glasscheiben vergleichen, zwischen denen sich ein dünner Flüssigkeitsfilm befindet. Diese Scheiben werden durch sogenannte Adhäsionskräfte zusammengehalten. Das Gleiche gilt für die feuchten Füsse des Alpensalamanders an der Felswand.

Luchs beim Fressen

Ein Luchs beim Fressen. An seiner linken Pfote sieht man die ausgefahrenen Krallen. Bild: CanStockPhoto

Der Luchs ist das grösste katzenartige Raubtier, das in der Schweiz lebt. Von anderen Katzen unterscheidet er sich durch seine Hochbeinigkeit, die ihm in seinem schneereichen Lebensraum die Fortbewegung erleichtert. Zudem verfügt er über eine grosse Sprungkraft, die er nutzt, um Hindernisse zu überwinden.

An seinen Pfoten besitzt der Luchs Krallen aus Horn, die er in Ruhestellung und beim Laufen einzieht. Die Krallen nutzt er einerseits, um an Bäumen hochzuklettern, aber auch, um im steilen Gelände besseren Halt zu finden. Seine Pfoten sind sehr breit und haben dichte Haarpolster am Rand und zwischen den Ballen. Diese schützen die Pfoten vor Schnee und scharfem Untergrund. Zusätzlich wird die Fläche der Sohle durch die Haare verbreitert, was das Einsinken in den Schnee verhindert. Ausserdem kann der Luchs seine Fussballen weit spreizen und sie so an unebene Flächen anpassen.

Wanderer, Bergsteiger und Kletterer bezwingen unwegsames Gelände mit Hilfsmitteln

Eiskletterer

Eiskletterer mit Wanderschuhen und Steigeisen. Zudem verwendet er einen Eispickel, um sich im Eis festhalten zu können. Bild: CanStockPhoto

Viele Menschen schätzen die Alpen als Erholungsgebiet und fahren zum Wandern in die Berge. Doch sobald man in höhere Gebiete kommt und die präparierten Wege verlässt, stösst man auf unwegsames, steiniges und teilweise vereistes Gelände. Unsere Füsse sind im Vergleich zu den Hufen oder Pfoten von Tieren sehr empfindlich. Daher nutzen wir die verschiedensten Schuhsorten, um unsere Füsse zu schützen und ihnen festen Halt zu geben.

Wanderschuhe haben eine feste, dicke Sohle, deren Profil uns Halt gibt und das Wegrutschen verhindert. Ausserdem nutzen viele Wanderer Wanderstöcke. Diese machen den Menschen im Prinzip zum „Vierbeiner“ und helfen, das Gewicht besser zu verteilen, das Gleichgewicht zu halten und beim Bergabgehen zu bremsen.

Im Winter muss das Schuhwerk an die durch Schnee und Eis veränderten Verhältnisse angepasst werden. So kann es hilfreich sein, im Tiefschnee Schneeschuhe zu verwenden, welche die Fläche der Schuhsohle vergrössern und das Einsinken in den Schnee verhindern. Zudem besitzen die meisten Schneeschuhe an der Unterseite Zacken und Eisen und verhindern dadurch das Wegrutschen auf vereisten Stellen. Schneeschuhe ahmen also das Prinzip der haarigen und mit Krallen versetzten Pfoten der Luchse nach.

Kletterer

Ein Kletterer mit Kletterschuhen in der Felswand. Bild: CanStockPhoto

In Gebieten mit vereisten Untergründen befestigen Bergsteiger Steigeisen an ihren Wanderschuhen. Steigeisen besitzen grosse Zacken, die sich im Fels, Schnee und Eis festhaken. Zusätzlich werden Eispickel als eine Art Anker verwendet und dienen dazu, Eis zu entfernen und das Gelände zugänglicher zu machen.

Aber auch im Sommer klettern in den senkrechten Felswänden der Alpen nicht nur Steinböcke, sondern auch Bergsportler. Dazu benötigen sie spezielle Kletterschuhe, die eine profillose, leicht gewölbte Sohle aus Gummi besitzen. Diese Sohle sorgt für eine Haftreibung an dem Fels, die dem Kletterer Halt gibt. Ausserdem kann man sich mit der harten Spitze der Kletterschuhe an den Felsvorsprüngen festhalten – ganz so, wie es die Steinböcke mit dem harten Rand ihrer Hufe machen.

Erstellt: 16.07.2014

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