Damit der Motor aber mit Strom das Rad zum Rotieren bringt, muss er diesen Strom von irgendwoher holen. Bei einem Solarauto kommt dieser natürlich direkt von den Solarzellen, welche prominent auf dem ganzen Auto verteilt liegen. Ein Solarauto ist in diesem Sinn genau das Gegenteil von einem Velolicht. Ja, richtig gelesen: von einem Velolicht! Hier die Erklärung:
Wenn sich das Rad beim Velo dreht, wird ein Teil des Dynamos vom Velolicht mitgedreht. Dieser produziert Strom, der in eine Diode namens LED ("Light Emitting Diode") fliesst, welche Photonen aussendet, was wir als Licht wahrnehmen. Umgekehrt lässt das Licht der Sonne, bestehend aus Photonen, beim Auftreffen auf die Diode namens Solarzelle Strom fliessen, welcher im Motor gebraucht wird, um das Rad des Solarautos zu drehen.
Der Dynamo ist dabei nicht nur konzeptionell, sondern auch rein mechanisch ein rückwärts betriebener Motor, denn jeder Elektromotor kann auch als Dynamo betrieben werden, wenn er zum Beispiel rekuperiert, das heisst, wenn man mithilfe des Elektromotors abbremst. Dann wird nämlich die Rotation des Rades dazu verwendet, um mithilfe des Motors Strom zu produzieren.
Die LED ist ebenfalls zu einem gewissen Grad eine rückwärts betriebene Solarzelle. Denn jede Solarzelle kann, wenn ihr Strom gegeben wird, auch wieder Lichtwellen aussenden. Diese sind dann aber meist nicht im sichtbaren Bereich, und die Solarzelle macht das auch nicht besonders effizient.
Überspitzt gesagt bedeutet das: Beginnt Jasmine bei 100 km/h mit dem Motor zu bremsen, also zu rekuperieren, und fliesst dieser Strom in die Solarzellen zurück, dann senden diese wieder Licht aus. Jasmine sitzt damit eigentlich in einem überkomplizierten Velolicht.
Nun, in der Realität passiert das nicht ganz so, denn der Strom wird beim Rekuperieren nicht an die Solarzellen zurückgegeben, sondern er fliesst in die Batterie. Diese dient auch als Ausgleichsbehälter, damit der von den Solarzellen produzierte Strom gespeichert werden kann, falls das Solarauto einmal nicht fährt. Umgekehrt kann die Batterie den Motor auch mit Strom speisen, falls während der Fahrt einmal ein paar Wolken am Himmel die Sonne verdecken.
Zusammengefasst kann der Strom, den die Solarzellen generieren, vom Motor sehr effizient in Bewegung umgewandelt werden, wobei überschüssiger Strom in der Batterie für später gespeichert wird.