Schnittige Flitzer mit Umweltbewusstsein

Auto, Motorrad oder Velo – in der Welt von heute sind wir viel mit diesen Fahrzeugen unterwegs. Doch viele Firmen entwickeln auch neue Formen, wie beispielsweise Kabinenmotorräder. Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Zürcher Oberland haben ein Kabinenmotorrad ausprobiert.

Ein Kabinenmotorrad bietet weniger Windwiderstand

Ein Kabinenmotorrad bietet weniger Windwiderstand und verbraucht somit weniger Kraftstoff oder Strom. Bild: Bmwmotor/Wikimedia, CC-Lizenz

Es ist ein Motorrad und doch kein Motorrad. Oder vielleicht eher ein Flugzeug auf der Strasse. Der Vergleich ist gar nicht so abwegig. Denn die Kabinenmotorräder der Firma Peraves aus Winterthur sind mit viel Wissen aus der Fliegerei gebaut. Die Kabine ist leicht und dennoch sehr stabil und extrem aerodynamisch. "Unsere Fahrzeuge erreichen einen Wert Cw × A von 0,18. Das ist sensationell. Beim Smart liegt er bei 0,70 und beim Sportwagen Porsche Cayman bei 0,66", meint Roger Riedener von Peraves. Cw ist ein Mass für die Windschlüpfrigkeit eines Körpers. A steht für die Stirnfläche des Körpers. Da in Kabinenmotorrädern der Beifahrer hinter und nicht neben dem Fahrer sitzt, ist die Stirnfläche im Vergleich zu Autos sehr klein.

Spass und gutes Gewissen

Windschlüpfrigkeit ist eine gute Nachricht für die Umwelt, weil sie tiefen Verbrauch verspricht. Erst recht mit einem Elektrofahrzeug, das Strom aus CO2-neutraler Produktion bezieht. Deswegen sieht Roger Riedener die Zukunft der Kabinenmotorräder elektrisch. "Fahren mit einem Elektrofahrzeug macht Spass und ist gut fürs Gewissen. Selbst eingefleischte Motorradfahrer mit "Benzin im Blut" lassen sich begeistern. Die Beschleunigung mit dem Elektromotor ist unglaublich und es fährt sich so ruhig. Man hört sogar Vogelgezwitscher." Und wegen des tiefen Verbrauchs können solche Fahrzeuge auch problemlos 200 bis 300 Kilometer weit fahren bis die Akkus wieder aufgeladen werden müssen. Zum Laden der Akkus ist keine spezielle Infrastruktur nötig. Es reichen Haushaltssteckdosen mit 380 Volt, an die üblicherweise Waschmaschinen und Kochherde angeschlossen sind. Der Ladevorgang für die Akkus dauert rund eine Stunde.

Polizist auf Segway Personal Transporter in Litauen

Den Segway Personal Transporter sieht man bei uns eher nur, wenn eine Touristengruppe eine Stadtführung macht. In Litauen zum Beispiel wird er aber auch schon von der Polizei genutzt. Bild: Kulmalukko/Wikimedia, CC-Lizenz

Künftige Mobilität ist vielseitig

Kabinenmotorräder sind eine Möglichkeit, wie wir künftig mobil sein können. Roger Riedener nennt auch gleich noch eine andere Alternative und erklärt, warum Autos aus seiner Sicht in Innenstädten fehl am Platz sind: "Autos benötigen zum Beispiel fürs Parkieren viel Platz. Der wird in Innenstädten aber immer knapper. Elektroroller wie der Segway als Beispiel finde ich viel sinnvoller. Wir waren in Los Angeles und mieteten uns diese Elektroroller. Schnell und bequem waren wir mobil." Ein Segway fährt auf zwei Rädern, die im Unterschied zu einem Velo nicht hintereinander, sondern nebeneinander angeordnet sind. Der Fahrer steht auf einer Plattform zwischen den Rädern und steuert mit einer Lenkstange. Segways sind nun auch in der Schweiz zugelassen. Die Mobilität der Zukunft kann sehr vielseitig werden.

Quelle: Technoscope 2/09: Die Mobilität von morgen. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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