Technik & Materialien

Biotechnologie – Superwerkzeugkasten Natur

Bild: AdobeStock

 

 

Biotechnologie ist Technik, die dem Leben Prozesse und Strukturen abschaut und daraus innovative Lösungen macht. Zum Beispiel für Medizin, Umwelt und Industrie.

Biotechnologie verwandelt das, was wir vom Leben (griechisch: Bios) lernen können, in nützliche Produkte. Seit Jahrtausenden wissen die Menschen, dass Hefe* Brotteig luftig aufgehen lässt und Gerstensaft zu Bier sowie Milch zu Käse fermentiert. Dass dahinter Mikroorganismen stecken, fand der französische Chemiker Louis Pasteur 1857 heraus. Er entdeckte auch, dass kurzes Erhitzen diese Keime abtötet – deshalb ist «pasteurisierte» Milch länger haltbar. 

Biologische Organismen (Menschen, Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien) bestehen aus Zellen. Diese funktionieren wie winzige chemische Fabriken: Sie bauen Stoffe (Moleküle) um, zerlegen sie oder setzen sie neu zusammen. Die Biotechnologie kombiniert ein immer genaueres Verständnis solcher Vorgänge mit modernen Ingenieurwissenschaften. So entstehen unzählige innovative und oft umweltfreundlichere Produkte.

* Hefe – ein winziger Pilz – mag Zucker. Beim Verdauen zerlegt sie ihn in seine Bestandteile. Dabei entstehen gasförmiges Kohlendioxid – daher die Blasen im Teig und im Bier und die Löcher im Käse – und Alkohol.

Nicht ganz unbedenklich 

Biotechnologie kann sehr viel bewirken. Gleichzeitig gibt es auch viele Bedenken, besonders was die Genom-Editierung angeht, die gezielte Veränderung einzelner Abschnitte im Erbgut. Wie weit soll und darf der Mensch in die Mechanismen des Lebens eingreifen – also ein Stück weit "Gott spielen"? Ist es in Ordnung, Embryonen genetisch zu verändern oder Lebewesen zu klonen, d.h. künstlich genetisch identische Kopien herzustellen? Auch die Sicherheit ist ein zentrales Thema. Was passiert zum Beispiel, wenn gentechnisch veränderte Organismen in die Natur gelangen? Welche Auswirkungen hätte das auf Umwelt und Ökosysteme? Noch sind viele Fragen offen.

In der Schweiz umstritten 

Nicht überall werden die Risiken gleich eingeschätzt: In den USA ist Genfood weitgehend akzeptiert, in Europa wird es kritischer gesehen. In der Schweiz gilt seit 2005 ein Moratorium für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Dieses ist jedoch umstritten und wird immer wieder angepasst. Kritiker befürchten, dass es den Fortschritt bremst.

Zuletzt geändert: 20.04.2026
Erstellt: 20.04.2026
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