Erde & Umwelt

Wie entsteht Wind?

Auf Wetterkarten wie dieser sind Hoch- und Tiefdruckgebiete eingezeichnet. Sie werden zur Wettervorhersage gebraucht. Bild: Robert Adrian Hillman/Shutterstock.com

Wind ist die Bewegung von Luft. Sie strömt, grossräumig gesehen, von einem Hochdruck- zu einem Tiefdruckgebiet. Die Unterschiede im Luftdruck entstehen, weil die Sonneneinstrahlung nicht überall auf der Erde gleich ist und sich Luftmassen unterschiedlich erwärmen.

Luft ist durchsichtig, man sieht und spürt sie nicht. Oder doch? Wenn eine kühle Brise deine Haut streift oder ein Tornado ganze Autos wegwirbelt, dann sieht und spürt man Luft sehr wohl: als Wind. Doch wie entsteht er?

Wind entsteht wegen Luftdruck-Unterschieden

Die Luft unserer Atmosphäre ist ein Gemisch von unterschiedlichen Gasen. Sie besteht aus winzigen Teilchen von Stickstoff, Sauerstoff, aber zum Beispiel auch Wasserdampf. Das Gewicht all dieser Teilchen zusammen drückt auf die Erdoberfläche und wird dort als Luftdruck gemessen.

Warme Luft steigt auf, kalte Luft hingegen sinkt. So entstehen auf der Erde Hochdruckgebiete (Regionen mit sinkenden Luftmassen) und Tiefdruckgebiete (Regionen mit aufsteigenden Luftmassen). Dabei strömt in der Nähe des Bodens die „weggedrückte“ Luft als Wind tendenziell vom Hochdruckgebiet zum Tiefdruckgebiet. Bild: adaptiert von designua - stock.adobe.com

Hoch- und Tiefdruckgebiete gibt es, weil die Luft nicht überall die gleiche Temperatur hat. Warme Luftmassen steigen in der Atmosphäre auf (so wie die erhitzte Luft in einem Heissluftballon den Ballon steigen lässt). Darunter entsteht am Boden ein Tiefdruckgebiet, in dem sich weniger Luftteilchen befinden. Hierhin kann nun kältere Luft aus anderen Regionen strömen. Je grösser die Druckunterschiede sind, desto stärker sind diese Luftbewegungen, die wir als Wind wahrnehmen.

Die Sonne wärmt nicht überall gleich stark

Verantwortlich für die unterschiedlichen Lufttemperaturen ist die Sonne. Sie erwärmt mit ihren Strahlen die Erde, doch die Erdoberfläche nimmt die Wärme nicht überall gleich auf. Somit ist auch die Luft darüber verschieden warm. Zum Beispiel erwärmt sich Land schneller als Wasser. Über dem Festland entsteht tagsüber also viel warme Luft, die nach oben steigt. Sie zieht kältere Luft vom Meer hinter sich her. Darum weht an Küsten fast immer der Wind.

Von „grossen Winden“ und dem Coriolis-Effekt

Wind gibt es natürlich nicht nur an der Küste, sondern überall. „Grosse Winde“, wie die Passat- und Westwinde, wehen ständig um die Erde herum. Da am Äquator die Sonnenstrahlen fast senkrecht auf die Erdoberfläche treffen, ist die Luft dort wärmer als an den Polen (dort fallen die Sonnenstrahlen schräg auf die Erde). Die kalte, absinkende Luft von den Polgebieten hat deshalb die Tendenz, in der Nähe des Bodens zum Äquator zu strömen. Dort erwärmt sie sich und steigt auf. Die warme Luft strömt dann in der Höhe zurück in Richtung der Pole.

In Wirklichkeit strömen die Luftmassen nicht auf geraden Bahnen, sondern werden abgelenkt – auf ihrem Weg zum Äquator nach Westen, und auf dem Weg zu den Polen nach Osten. Grund dafür ist der sogenannte „Coriolis-Effekt“: die Erde dreht sich ja ständig um sich selbst, die Luftmassen sind aber etwas träge und „schwappen“ der Bewegung hinterher. Die Rotation der Erde beeinflusst also die Luftbewegungen und fördert die Bildung von einem komplizierten System von Windströmen.

Winde in der Schweiz

Die Verteilung der Hoch- und Tiefdruckgebiete in der Atmosphäre und die Windströmungen über Europa beeinflussen das Wetter in der Schweiz. Je nachdem, aus welcher Richtung der Wind weht, trägt er einen bestimmten Namen:

  • Westwind kommt vom Atlantik her über Frankreich in die Schweiz.
  • Wind aus östlicher oder nordöstlicher Richtung nennt man Bise.

„Föhn“ nennt man einen Wind, der über ein Gebirge strömt. Dabei stauen sich die Wolken an den Bergen, und hinter dem Gebirge fliesst trockene, wärmere Luft die Täler hinunter. Dieser sogenannte Fallwind kann sehr kräftig bis stürmisch sein.

In der Schweiz entstehen Föhnlagen nördlich und südlich der Alpenkette.

  • Weht der Wind aus Norden, spricht man von Nordföhn, bei Südwind von Südföhn
Karte der Schweiz mit beschrifteten Hauptwinden

Die vier Haupt-Winde in der Schweiz nennt man Westwind, Bise, Nord- und Südföhn. Bild: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

Erstellt: 04.08.2026
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