Erde & Umwelt

Klima und Wetterlagen in der Schweiz

Blick vom Gemsstock nach Süden bei Föhn. Über dem Tessin liegt eine Wolkendecke, die am nördlichen Alpenkamm plötzlich aufhört („Föhnmauer“). Bild: Zacharie Grossen/Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0

Ein verregneter Sommer? Minusgrade im Dezember, gefolgt von zwei milden Januarwochen? Solche Wetterlagen können in der Schweiz vorkommen, sie beschreiben aber noch nicht unser Klima. Während das Wetter sich ständig ändert, ist das Klima eine Zusammenfassung der Wettermessungen über einen langen Zeitraum.

In den Medien ist viel vom Klimawandel die Rede. Damit meint man, dass man nach langjährigen Beobachtungen einen Trend erkennen kann: In manchen Gebieten wird es im Jahresdurchschnitt heisser und trockener, in anderen schmelzen Gletscher, und an wieder anderen Orten kommt es öfter als vor 50 Jahren zu Überschwemmungen.

„Klima“ – das durchschnittliche Wetter über Jahrzehnte

Daten über Temperatur, Niederschläge oder Sonnenscheindauer werden seit vielen Jahren auf der ganzen Welt gesammelt – zum Beispiel, um Wettervorhersagen zu erstellen. Daraus kann man Durchschnittswerte für einen Monat, ein Jahr oder noch längere Zeiträume berechnen, aber auch Schwankungen und Rekorde aufzeichnen. Standardmässig betrachtet man jeweils einen Zeitraum von 30 Jahren, um das Klima eines Ortes zu beschreiben. So kann das Klima verschiedener Regionen miteinander verglichen werden.

In der Schweiz haben wir ein gemässigtes Klima mit vier Jahreszeiten und regelmässigen Niederschlägen. Im Sommer kann es in tieferen Lagen Hitzewellen mit 30–35°C geben, im Winter Schnee und Temperaturen unter 0°C. In den Bergen sind die Temperaturen generell niedriger.

„Wetter“ – eine lokale und kurzfristige Erscheinung

Karte der Schweiz mit beschrifteten und farbig markierten Grossregionen

Die Bergketten der Alpen und des Jura teilen die Schweiz in mehrere grosse Regionen, in denen das Wetter sehr unterschiedlich sein kann. Bild: adaptiert von Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0

Klima und Wetter hängen ab vom Sonnenstand zu den verschiedenen Jahreszeiten, von der Verteilung des Wassers auf der Erde und von der Höhe über Meer. „Wetter“ ist der Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit.

In der Schweiz sind die Wetterbedingungen wegen den Alpen und dem Jura nicht überall gleich: Sonne und Schatten sind in Tälern und an Bergen ganz unterschiedlich ausgeprägt, und Wind und Wolken werden von Gebirgszügen gestaut und gelenkt.

Typische Wetterlagen in der Schweiz

Satellitenbild mit Isobaren und meteorologischen Beschriftungen

Auf diesem Satellitenbild sieht man die Wolkenverteilung über Europa, und es wurden Informationen über Luftdruck und Temperatur hinzugefügt. Meteorologinnen und Meteorologen können auf solchen Bildern die aktuelle Wetterlage erkennen und abschätzen, wie sie sich entwickeln könnte (hier eine Westwindlage). Bild: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz / EUMETSAT

Es gibt einige Wetterlagen, die immer wieder vorkommen und zu typischen Wettersituationen in den verschiedenen Teilen unseres Landes führen. Luftdruck und Wind sind die Hauptmerkmale dieser Wetterlagen und geben ihnen deshalb den Namen.

Westwind

Westwind kommt vom Atlantik her und bringt feuchte Luft mit. Dies führt zu Wolkenbildung und regnerischem Wetter, vor allem nördlich der Alpen.

Bise

Den Wind aus Nordosten nennt man die Bise. Sie sorgt im Sommer für warmes, trockenes Wetter. Im Winter kommt es bei Bise oft zur Bildung von Hochnebel in den tieferen Regionen, während in den Bergen der Himmel wolkenlos ist.

Karte der Schweiz mit beschrifteten Hauptwinden

Die vier Haupt-Winde in der Schweiz nennt man Westwind, Bise, Nord- und Südföhn. Bild: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

Südföhn

Südwind wird in der Schweiz nördlich der Alpen „Föhn“ genannt: So heisst ein kräftiger Wind, der über ein Gebirge strömt. Die Wolken, die der Südföhn mitbringt, stauen sich an den Alpen, so dass es bei Südföhn im Tessin oft stark regnet. Auf der Nordseite der Alpen sinken die Luftmassen und erwärmen sich dabei. Die Luft in den nördlichen Alpentälern ist trocken, die Wolken lösen sich auf und der Wind weht stürmisch. Die wolkenlose Zone kann sich über die ganze Zentral- und Ostschweiz erstrecken, während der Himmel in der Westschweiz bedeckt bleibt.

Nordföhn

Bei Nordföhn strömt der Wind von Norden nach Süden über die Alpen. Er bläst meist nicht so heftig wie der Südföhn. Auf der Alpennordseite bringt der Nordföhn Wolken, die fast das ganze Mittelland bedecken. Im Tessin und dem südlichsten Teil von Graubünden ist es wolkenlos und deutlich wärmer.

Hoch

In einem Hochdruckgebiet sinken Luftmassen ab und erwärmen sich dabei, die Bewölkung löst sich auf. Ein Hoch über Europa kann sehr stabil sein und längere Perioden mit trockenem Wetter bringen.

Flache Druckverteilung

Dies ist eine typische Situation im Sommer: Der Luftdruck ist in ganz Europa ähnlich, die Luft ist eher feucht und bewegt sich wenig, es weht also nur schwacher Wind. Das Wetter ist veränderlich, im Lauf des Tages können sich Wolken entwickeln und es kommt zu Regenschauern oder Gewittern.

Lokale Besonderheiten

Der Wetterbericht kündigt Bise an, aber um dein Haus herum weht der Wind gar nicht aus Nordosten? Das ist durchaus möglich! Lokal und kleinräumig können die Temperatur-, Niederschlags- oder Windverhältnisse anders sein als für die grossräumige Wetterlage vorausgesagt.

Zum Beispiel herrschen in einem engen, schattigen Tal andere Verhältnisse als in der Stadt, wo sich der Asphalt schnell aufheizt, und der Wind weht zwischen Häusern oder in einer Schlucht anders als über einem See oder an einer Bergflanke. Man spricht in diesem Fall von einem Mikroklima, das sich von der Umgebung unterscheidet.

Erstellt: 04.08.2026
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