Erde & Umwelt

Wie wird eine Wetterprognose erstellt?

Bilder: Sondem - stock.adobe.com, NadeAnamta - stock.adobe.com

Wie wird das Wetter morgen? Und nächste Woche? Damit eine Wettervorhersage gemacht werden kann, braucht es Wetterdaten von zahlreichen Messstationen. Leistungsfähige Computer berechnen daraus Wetterkarten und Modelle. Sie helfen bei der Vorhersage, wie sich das Wetter entwickeln wird.

Wenn du wissen willst, ob du morgen Jacke und Regenschirm brauchst oder ein T-Shirt reicht, schaust du eine Wettervorhersage an. Solche Vorhersagen (oder „Prognosen“) werden von Meteorologinnen und Meteorologen erstellt. Sie benötigen dafür genaue Informationen über das Wetter in der Vergangenheit und am aktuellen Tag – und zwar nicht nur hier in Europa, sondern weltweit. Dazu sind die Wetterforscherinnen und Wetterforscher mit Beobachtungsstationen auf der ganzen Welt vernetzt und nutzen verschiedene Messgeräte. Einige davon lernst du in diesem Artikel kennen.

Wetterdaten aus der ganzen Welt

Rund um die Uhr sammeln Tausende von Wetterstationen eine Riesenmenge Daten über das Wetter. Dies geschieht nicht nur am Boden: Auch Wetterschiffe, Wetterballone und Satelliten messen Wetterdaten. In der Schweiz betreibt MeteoSchweiz Wetterstationen in allen Landesteilen und Höhenlagen. Mehrmals pro Stunde senden sie aktuelle Daten an die Rechenzentrale.

Manche Informationen über das Wetter kann ein Mensch allerdings besser beurteilen als ein Messgerät, zum Beispiel die Form und Bewegung von Wolken! Deshalb gibt es unter anderem an Flughäfen geschulte Wetterbeobachter. Sie begutachten die Wetterlage von Auge und werten Kamerabilder aus.

Wettersatelliten

Hochdruckgebiete oder grosse Stürme beeinflussen das Wetter auf dem ganzen Kontinent. Wettersatelliten beobachten solche Ereignisse von oben. Weltweit gibt es rund 20 Wettersatelliten, die zusammen die gesamte Erdoberfläche von oben überwachen. Sie erstellen zum Beispiel Übersichtsbilder von Wolkenformationen und erkennen kalte und warme Luftmassen.

Messstationen auf der Erde

Auf der Erde zeichnen Wetterstationen zahlreiche Daten auf, die mit dem Wetter zu tun haben:

  • Temperatur, Sonneneinstrahlung und Sonnenscheindauer werden mit Thermometern und Strahlungsmessgeräten registriert.
  • Rotierende Windfahnen bestimmen Windrichtung und Windgeschwindigkeit.
  • Luftdruck wird mit einem Barometer und Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer gemessen.
  • Niederschläge (wie Regen oder Schnee) werden in Messbehältern gesammelt und ihre Menge pro Zeit bestimmt.
  • Zur Messung der Schneehöhe werden vor dem Schneefall Messgeräte in einer definierten Höhe angebracht. Sie messen im Winter den Abstand zur Schneeoberfläche.
Collage verschiedener Wettermessgeräte

Verschiedene Messgeräte von Wetterstationen. Bilder: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

Dank Computern gibt’s Wetterkarten und Modelle

Mehr als 10 Millionen Datensätze aus der Schweiz und der ganzen Welt treffen täglich bei MeteoSchweiz ein. Sie werden in Wetterkarten eingetragen: Zum Beispiel kann man die Temperaturen in Europa als Farben eintragen oder eine Art „Höhenkurven“ für den Luftdruck erstellen (die Linien mit gleichem Luftdruck werden „Isobaren“ genannt).

Ausserdem wird im Rechenzentrum mit aufwändigen Computermodellen simuliert, wie sich das Wetter entwickeln könnte. Die wahrscheinlichste von diesen Vorhersagen wird dann als Wetterprognose veröffentlicht und bei neuen Informationen immer wieder angepasst. Bei stabilen Wetterlagen ist die Prognose deutlich einfacher als bei wechselhaftem Wetter. Die Vorhersage von MeteoSchweiz für den Folgetag trifft in etwa 85% der Fälle ein, längerfristige Prognosen sind meist unsicherer.

Von Eisheiligen und Wetterfröschen

Es war für die Menschen schon immer wichtig zu wissen, wie das Wetter wird, vor allem in der Landwirtschaft. Früher hielt man sich darum an „Bauernregeln“, die aus Erfahrung und Beobachtung stammen und mit denen die Leute versuchten, das Wetter vorauszusagen. So soll das Frühlingswetter zum Beispiel erst nach den Tagen der „Eisheiligen“ (11.–15. Mai) frostfrei werden.

Ausserdem beobachtete man, dass der Europäische Laubfrosch bei sonnigem Wetter oft an Pflanzen hochklettert. Die Insekten, von denen er sich ernährt, fliegen nämlich an sonnigen Tagen höher als an regnerischen. Deshalb kamen manche Leute auf die Idee, Frösche in Gläser mit einer kleinen Leiter einzusperren ☹️: Wenn der Frosch auf der Leiter nach oben kletterte, glaubten sie, dass gutes Wetter zu erwarten war. Das ist natürlich Unsinn!

Der scherzhafte Name „Wetterfrosch“ für einen Meteorologen (Wetterforscher) ist im deutschen Sprachraum aber geblieben.

Europäischer Laubfrosch. Bild: Christian Fischer/Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0

Erstellt: 04.08.2026
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